Im Krieg
Alexei Ratmansky, Ihre Familie ist ukrainisch verwurzelt, Sie selbst haben unmittelbar nach Putins Überfall Moskau verlassen, mitten in den Vorbereitungen zu einer neuen Produktion am Bolschoi. Seitdem positionieren Sie sich mit nicht nachlassender Energie gegen den Krieg. Zugleich haben Sie in München kurz vor Weihnachten eine Kreation zu Ouvertüren von Pjotr Tschaikowsky herausgebracht – was hat Sie in diesem historischen Moment dazu bewogen?
Das Projekt wurde lange vor dem Krieg geplant.
Aber es war für mich durchaus eine schwierige Entscheidung, daran festzuhalten. Meine Frau ist in der Ukraine geboren, unsere Familien leben dort – und ich habe die russische Aggression von Anfang an scharf verurteilt. Insofern habe ich natürlich darüber nachgedacht, ob es der richtige Zeitpunkt ist, um ein Ballett zu Tschaikowsky zu machen. Auf der anderen Seite muss man sich fragen: Ist die Alternative, alles Russische zu boykottieren – die Kunst, die Musik, also auch Tschaikowsky, dessen Partituren wie kaum etwas anderes zum klassischen Ballett gehören? Natürlich fürchte ich, dass es im Publikum Menschen gibt, die mit der Ukraine verbunden sind, denen es von daher schwerfällt, diese Musik zu ...
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Tanz Februar 2023
Rubrik: Ukraine, Seite 56
von Dorion Weickmann
On tour
«West Side Story», Neuinszenierung des Bernstein-Musicals (tanz 12/22): Baden-Baden, Festspielhaus, 7.–12. Febr.; Leipzig, Oper, 14.–19. Febr.; Bremen, Metropol-Theater, 15.–19. März; www.westsidestory.de
Augsburg Theater «Kontraste»: «Man and Honeymoon in New York City» von Michael Ostenrath und «Frame of View» von Didy Veldman. brechtbühne im Gaswerk,...
Eigentlich, sagt Stefano Giannetti, wäre er nicht auf die Idee gekommen, Strawinskys «Le Sacre du printemps» zu choreografieren. Zu sehr sei er geprägt von den drei meisterlichen Versionen, in denen er getanzt hat: Bé-jart, Neumeier, Tetley. Dann kamen Corona, das Umweltdebakel und eine persönliche Katastrophe: Mehrere Meter stürzte er von der Bühne in die Tiefe,...
Theaterzelte sind nicht einfach zu bespielen, aber als Ausweichquartiere sind sie durchaus tauglich. Und eine Bühne wie das Theater Vorpommern ist mit seinen Spielorten Greifswald, Stralsund und Putbus ohnehin widrige Umstände gewöhnt, also kann ja wohl auch ein Zelt herhalten, während das Theater Greifswald, ein 1915 eröffneter, klassizistischer Bau, vier, fünf...
