Wokeness
Ein Gespenst geht um in den Kulturredaktionen Europas, ein Spuk namens Wokeness.
Anscheinend handelt es sich um eine sehr mächtige Erscheinung, jedenfalls fürchten die Kulturredakteure (bewusst nicht gegendert), dass Wokeness Kindergeschichten über Native Americans verbietet, dass Triggerwarnungen die Programmhefte verschandeln, dass Gendersternchen jeden Text unlesbar machen, dass ein angesehener Choreograf sich plötzlich verteidigen soll, weil seine über 30 Jahre alte «Othello»-Choreografie womöglich ein paar problematische Elemente beinhalten könnte (tanz 1/23). Schlimm ist das, da muss man etwas dagegen unternehmen! Weswegen die Kulturredaktionen plötzlich zur Speerspitze im Abwehrkampf werden, gemeinsam gegen die kunstferne, zensierende Wokeness!
Allerdings haben all diese ach so kulturzerstörerischen Missstände mit Wokeness überhaupt nichts zu tun. Ursprünglich stammt der Begriff (den man tatsächlich diskutieren könnte, «erwacht» klingt doch sehr nach Zeugen Jehovas!) aus emanzipatorischen Kreisen in den USA der 1930er-Jahre, er bezeichnete ein «erwachtes» Bewusstsein für Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. Und auch seine Renaissance ab 2014 hat mit diesem Themenkomplex ...
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Tanz Februar 2023
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Falk Schreiber
Deutschland
Bad Soden
Ballettschule Ulrike Niederreiter
Dipl. Ballettpädag. Ballett/Jazz/Modern/Charakter/tänzerische
Früherziehung. Ausbildung bis zur Akademiereife. Ballettmärchen
An der Trinkhalle 2B, D-65812 Bad Soden/Ts., Tel. +49-6196-22849
www.ballett-badsoden.de
Bamberg
Tanzwerkstatt
Stätte für Zeitgenössischen Tanz. Nürnberger Straße 108 k, D-96050...
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