Igor Kirov «Die Geschöpfe des Prometheus»

Hof

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Wer zählt die Völker, nennt die Namen? Die Völker aller Epochen widmeten den ersten Menschen Extra-Schöpfungsgeschichten, sogar ihre Namen nannten manche. Die alten Griechen nicht. Aber der Ruf ihres Erzeugers braust wie Donnerhall: Prometheus. Nun erweckt das Tanzensemble des Theaters Hof «Die Geschöpfe des Prometheus» zum Leben. Als handfester Untergrund bewährt sich Ludwig van Beethovens Bühnenmusik (Ur-Libretto von Salvatore Viganò), die Dirigent Peter Kattermann mit den so disponiblen wie taktvollen Symphonikern als begehbare Klanglandschaft plastisch ausarbeitet.

Die Kompanie nutzt das Terrain – lächelnd spielerisch und scheinbar mühelos aller Bodenhaftung Hohn sprechend.

In Igor Kirovs Choreografie verschlingen sich drei Handlungszüge: die Erschaffung von Urvater und Urmutter, die Liebesgeschichte von Orpheus und Eurydike und das geschmacks-pädagogische Wirken dreier Musen. Dafür ersann Ausstatter Frank Albert einen kubistisch umrahmten Freiraum, den er videotechnisch mit Glutfunken, Sternenglanz und Waberwolken umflittert. Monströs im Hintergrund: ein dunkler Kristall.

Allenfalls ein Handlungs-, kein Erzählballett entsteht hier. In der lesbarsten der weitgehend abstrakten ...

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Tanz April 2025
Rubrik: Kalender, Seite 37
von Michael Thumser

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