HZT Berlin
Die vom Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) gehen auf dem Zahnfleisch. Und das war auch schon vor Corona so. Ein gut gehütetes Geheimnis ist die karge Ausstattung am HZT in Berlin nie gewesen. Bereits im April 2011 war in dieser Zeitschrift zu lesen, dass mit der Ausweitung des Lehrbetriebs nach der Pilotphase, der angestrebten Profilierung «der Ringkampf am Verhandlungstisch» beginnen würde. Die Profilierung kann sich seitdem sehen lassen. Nicht wenige Alumni aus den drei Studiengängen mischen kräftig auf und hinter den Bühnen in Berlin und anderswo mit.
Aber die Ausstattung des HZT blieb, wie sie war. Es fehlt an allem – gemessen an dem Programm, das hier täglich den Studierenden angeboten wird. Der Betreuungsschlüssel 9,8 (Studierende pro Lehrpersonal) ist deutlich schlechter als in den vergleichbaren Tanzhochschulen in Frankfurt und Köln sowie der Folkwang Universität Essen. Es gibt in der Lehre zwei volle Stellen. Alle anderen arbeiten zu 75 bzw. 50 Prozent – auf dem Papier. Verwaltung, Technik: alles unterbesetzt.
Man muss kein Fachmann sein, um zu ahnen, dass dieses Betriebssystem extrem störanfällig ist. Krankheit, Urlaub: bitte nicht! Hier müssen alle immer ...
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Tanz 1 2023
Rubrik: Praxis, Seite 64
von Claudia Henne
Müssen wir, um unsere Kunst zu betreiben, unsere persönliche Integrität als Menschen über Bord werfen? Diese Frage treibt mich um, seit ich die Debatte verfolge, die sich in den vergangenen Monaten am Königlich Dänischen Ballett entzündet hat und die in den traditionellen wie in den sozialen Medien hitzig und hart kommentiert wird. Wir als Tänzer*innen hatten...
Nachts kommen die Schatten. Sie kriechen, schleichen, rollen und schlurfen durch das Unterbewusstsein des alternden Malerfürsten (Christopher Carduck), und als eine Art Sarg aufrecht in den Raum rollt, bringen sie ihn dazu, das Objekt zu signieren. Immerhin kann sich der Künstler in das Ding retten, das sich als Jungbrunnen erweist: Kurz darauf erscheint er nämlich...
Amilcar Moret Gonzalez, Sie haben 2013 in John Neumeiers «Othello» die Titelrolle getanzt, außerdem haben Sie vor einem Jahr selbst eine Version des Stoffes auf die Bühne gebracht, «Othello 2.0» in Kiel. Verstehen Sie die Vorwürfe aus Kopenhagen, dass das Stück rassistische Elemente habe?
Nein, gar nicht. Ich verstehe wirklich nicht, was da passiert ist.
Tänzer*in...
