Highlights 11/20
Wuppertal: Rekonstruktion – das Stück mit dem Schiff
Geschlagene 24 Jahre hat «Das Stück mit dem Schiff» im Nachlass von Pina Bausch vor Anker gelegen. Zuletzt wurde es im japanischen Saitama gezeigt, bloße drei Jahre nach seiner Wuppertaler Uraufführung (1993).
Nun läuft es – zum Auftakt der Veranstaltungsreihe «Pina Bausch Zentrum under construction» – in der kollektiven Rekonstruktion der israelischen Künstlerin Saar Magal mit den Probenleiterinnen Barbara Kaufmann, Héléna Pikon, Julie Anne Stanzak und weiteren Tänzerinnen der Urbesetzung endlich wieder vom Stapel – bildlich gesprochen, versteht sich, denn im eigens wiederhergestellten Original-Bühnenbild von Peter Pabst ist der Schiffskörper ja gestrandet, ebenso wie die um ihr Leben tanzende Gesellschaft.
Opernhaus Wuppertal, ab 21. November; www.pina-bausch.de
Paris: Chorégraphes contemporains
Eineinhalb Stunden ohne Pause – das ist auch in Paris das neue Maß aller Tanzdinge. Aber nach der langen Auszeit grenzt es an ein Wunder, wenn der Vorhang im Palais Garnier überhaupt hochgeht. Heimlich, still und leise hat dort ein neuer Generaldirektor sein Amt angetreten: Alexander Neef, im württembergischen Ebersbach geboren, ...
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Tanz November 2020
Rubrik: Tanz im November, Seite 27
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In den sozialen Medien reichen britische Künstler seit Monaten in ungläubig-sehnsüchtigem Staunen folgende Zahlen herum: 600 Millionen Euro investiert Berlin pro Jahr in die Kulturlandschaft. Der Arts Council stemmt in etwa dieselbe Summe – nur muss sie für ganz England reichen. Das Beispiel illustriert, in welchem Maß die Kompanien und Spielorte auf der Insel auf...
Ann-Elisabeth Wolff, vor 30 Jahren, kaum war die Mauer gefallen, wird ein Festival für europäisches Theater gegründet. Was war passiert? Von Leipzig ging die Revolution aus. Von einer weltoffenen Stadt, anders als das in sich selbst ruhende Dresden, das kein Geld für ausländische Künstler ausgeben wollte. Ich war Musikwissenschaftlerin, hatte 14 Jahre als Lektorin...
Gleich das erste Festival komplett abschreiben? So ist es Jochen Sandig ergangen mit seinem Intendanz-Debüt bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen: Die 2020er-Ausgabe fiel flach. Was einen gewieften Macher wie Sandig nicht entmutigt. In Berlin hat er Spielstätten fast in Serie entwickelt und mit seiner Frau Sasha Waltz eine Kompanie aufgebaut, die inzwischen auf...
