Mach nur einen Plan

Alle fünf Minuten umdenken und sämtliche Töpfe anzapfen: Wer koproduziert, der braucht derzeit stahlharte Nerven. Eine Bestandsaufnahme samt Blick in die Zukunft.

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Sicherlich ist es noch zu früh, um die Spätfolgen abzusehen. Die Spätfolgen der Corona-Krise für die Kunst- und Kulturschaffenden dieses Landes. Es ist noch zu früh, um den finanziellen Abgrund zu sehen, der sich vielleicht auftun wird. Der Abgrund, in den dann – vielleicht nächstes, vielleicht übernächstes Jahr – viele Tanz- und Theaterschaffende fallen könnten. Denn die Sorge, dass die Töpfe, die Fonds, die Haushaltskassen irgendwann leer sein könnten oder zumindest die Gelder knapp, dass der entschiedene Wille zur Unterstützung der Kreativen fehlt, diese Sorge ist groß.

Im Augenblick fühlt sich noch einiges, zumindest was die Mittelvergabe angeht, nahezu normal, manches sogar paradiesisch an. «Kurzfristig wird so viel Förderung vergeben wie nie zuvor», weiß Walter Heun, der 1991 das Nationale Performance Netz (NPN) ins Leben rief. Und auch wenn man sich die Zahlen der Koproduktionsförderung des NPN anschaut, scheint alles wie gehabt: 43 Anträge lagen dieses Jahr bei der zweiten Vergabe im Bereich Tanz am 15. April 2020 vor, genauso viele wie im Vorjahr. Gefördert wurden 14 Produktionen, vier davon mussten bisher aus Corona-Gründen verschoben werden. Verschoben, nicht abgesagt. ...

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Tanz November 2020
Rubrik: Kooperationen, Seite 46
von Katrin Ullmann

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