Mach nur einen Plan
Sicherlich ist es noch zu früh, um die Spätfolgen abzusehen. Die Spätfolgen der Corona-Krise für die Kunst- und Kulturschaffenden dieses Landes. Es ist noch zu früh, um den finanziellen Abgrund zu sehen, der sich vielleicht auftun wird. Der Abgrund, in den dann – vielleicht nächstes, vielleicht übernächstes Jahr – viele Tanz- und Theaterschaffende fallen könnten. Denn die Sorge, dass die Töpfe, die Fonds, die Haushaltskassen irgendwann leer sein könnten oder zumindest die Gelder knapp, dass der entschiedene Wille zur Unterstützung der Kreativen fehlt, diese Sorge ist groß.
Im Augenblick fühlt sich noch einiges, zumindest was die Mittelvergabe angeht, nahezu normal, manches sogar paradiesisch an. «Kurzfristig wird so viel Förderung vergeben wie nie zuvor», weiß Walter Heun, der 1991 das Nationale Performance Netz (NPN) ins Leben rief. Und auch wenn man sich die Zahlen der Koproduktionsförderung des NPN anschaut, scheint alles wie gehabt: 43 Anträge lagen dieses Jahr bei der zweiten Vergabe im Bereich Tanz am 15. April 2020 vor, genauso viele wie im Vorjahr. Gefördert wurden 14 Produktionen, vier davon mussten bisher aus Corona-Gründen verschoben werden. Verschoben, nicht abgesagt. ...
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Tanz November 2020
Rubrik: Kooperationen, Seite 46
von Katrin Ullmann
Die erste Welle ist an Land geprallt, die zweite folgt sogleich. Wenn die erste Welle zurück ins Meer spült, bäumt sich die zweite über der ersten auf und bricht. An der Küste nennt man solche Wellen Brandung. Der physikalische Ablauf hat damit zu tun, dass die Länge der Welle deutlich größer ist als die Wassertiefe. Wer dabei ans aktuelle Infektionsgeschehen...
Ein kurzer Moment der Erlösung: Die kleine Frau schmiegt sich an die Brust der großen, beider Haarknoten schimmern im Licht, das von oben auf ihre Silhouetten herabfällt. So stehen sie, Schwestern, Liebende, Freundinnen, Leidensgenossinnen – was auch immer. Es ist egal. Sie haben den einen, den flüchtigen Augenblick erwischt, in dem sie einander alles geben, sagen,...
Schön fängt es an: Der Vorhang im Dortmunder Opernhaus geht auf, die Bühne steht leer. Dann öffnet sich weit hinten die Tür nach außen, und man sieht: Watt. Im Video. Dazu ein Chopin-Walzer. In der Meereszone zwischen Strand und Wellen sitzt nun ein Mann auf einem Stuhl. Er schließt die Augen. Es öffnet sich ein Vorhang, im Film, vielleicht vor seinem inneren Auge;...
