heidelberg: nanine linning «silver»
Das Seil ist bis zum Zerreißen gespannt, und noch bevor die Vorstellung eigentlich begonnen hat, wird dem Zuschauer bewusst: Wer sich einmal ins Netz begeben hat, kommt nicht mehr frei. Immer wieder stemmt sich Paolo Amerio gegen die Verführung, minutenlang, während ihn Raumklänge von Michiel Jansen umgaukeln: eine vergleichsweise unspektakuläre, relativ statische Szene, die einen jedoch gut auf das Schreckensszenario einstimmt, das Nanine Linning mit «SILVER» anderthalb Stunden lang entwirft.
Denn ihre Zukunftsvisionen haben immer etwas Albtraumhaftes, zumal wenn sie sich assoziativ geben. Gleich zu Anfang bemächtigen sich Automaten eines Menschenbildes, das ganz offensichtlich dem der Choreografin gleicht. Wie sie selbst von blondem Haar umrahmt, hängt es zunächst maskenhaft an der Wand. Einmal übergestreift, verändert es nicht nur das Bewegungspotenzial der Androiden. In den anschließenden Szenen erschaffen sich diese Übermenschen Wesen, die ihnen zu Willen sind. Zunächst ist das ein einzelnes Menschenpaar, wie aus Ton geformt, das aufeinander losgelassen wird, ohne dass es sich wirklich berührt. Demi-Carlin Aarts und Endre Schumicky beschnuppern sich wie Tiere. Und anders als ...
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Tanz Februar 2016
Rubrik: Kalender, Seite 40
von Hartmut Regitz
deutschland
On tour
Das Balé da Cidade de São Paulo zeigt zeitgenössischen Tanz aus Brasilien: «Antiche Danze» von Mauro Bigonzetti, «bandOneón» von Luis Arrieta und «O Balcão de amor» von Itzik Galili: Ludwigsburg, Forum am Schlosspark, 16., 17. Febr.; Schweinfurt, Theater der Stadt, 20., 21. Febr.; Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, 23. Febr.; Ludwigshafen,...
Dank seiner auffallenden Choreografien für das Balletto di Toscana war Mauro Bigonzetti bereits Mitte der 1990er-Jahre zum Gesprächsthema der italienischen Tanzszene geworden. 1996 gelang ihm mit «Kazimir’s Colours» eine interessante Malewitsch-Hommage, eine der ersten Auftragsarbeiten, die Reid Anderson für das Stuttgarter Ballett vergab. Was den Rückschlag...
ausstellung
tanzavantgarde im big apple
Bis zum 7. Februar läuft sie noch in Malmös Moderna Museet, ab 12. März dann im Stockholmer Stammhaus: die Schau, mit der die Vorreiter des Brückenbaus zwischen verschiedenen Kunstdisziplinen einerseits, zwischen Produzent und Publikum andererseits gewürdigt werden. Schauplatz ist das New York der 1960er- und 1970er-Jahre, wo...
