heerlen: thierry smits «clear tears/troubled waters»
Der Belgier Thierry Smits hat sich viel vorgenommen mit seinem neuen Stück. Er holt sieben Tänzer auf die Bühne, eine große Besetzung für einen unabhängigen Choreografen. Die live gespielte Musik stammt von Steven Brown und Blaine Reininger, Ex-Mitglieder der Kult-Band Tuxedomoon. Auch Sujet und künstlerisches Konzept sind ambitioniert: Smits begreift seine Arbeit als Kommentar zur «aktuellen gesellschaftlichen Stimmung» und wählt ein abstraktes choreografisches Idiom zur Schilderung des Gefühls von Krise und Verlust.
Auf der Suche nach Chiffren einer neuen Solidarität kann Tanz, davon ist Smits überzeugt, als kathartischer Prozess weiterhelfen.
Obwohl Smits’ formelle Konzeption zunächst abstrakt erscheint, neigt die Choreografie in der Wahl der Bewegungen wie auch in der tänzerischen Interaktion zu einer symbolischen Bildersprache, deren metaphorische Natur von Simon Siegmanns Dekor noch betont wird: Neun weiße Säulen, in zufälliger Anordnung auf der Bühne platziert und mit integrierten Lichtquellen versehen, wirken wie Stämme einer Baumgruppe, auch wenn sie ein Stück über dem Boden schweben.
Zu Beginn rennen die Tänzer ziellos durch diesen stilisierten Wald, von den Stämmen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 52
von Pieter T’Jonck
Hier geht es um Tanz. Die Fotos auf diesen Seiten halten Augenblicke fest, in denen perfekte Tänzerkörper plastische Posen einnehmen; nicht ein Haar am falschen Platz, der Spann perfekt gestreckt, mit einem Gesichtsausdruck höchster Konzentration; oder aber Detailaufnahmen einer halbnackten Schulter, einer entblößten Taille, einer Hammerzehe – kleine oder weniger...
Erfolg verlangt seinen Tribut, und im Tanz heißt das meist: Körper-K.O. infolge schierer Dauerstrapaze. Wer wie die zwölf Damen und Herren von Gauthier Dance mehr auf Achse ist als daheim in Stuttgart, der muss eine Menge wegstecken können. So gab’s im Vorfeld der Premiere von «Future 6» jede Menge Knochen-Malheur zu beklagen: Rückenschmerzen, Patella-Probleme,...
Matthew Bourne hat lange gebraucht, um seine Tschaikowsky-Ballett-Trilogie fertigzustellen. Auf seinen immens erfolgreichen «Nutcracker!» (1992) und seine Kultversion von «Swan Lake» (1995) mit rein männlichem Corps de ballet folgt nun – pünktlich zum 25. Geburtstag seiner Kompanie New Adventures – der Abschluss des Klassiker-Projekts mit «The Sleeping Beauty»....
