Healing
«I imagine that when more of us begin to understand dance as a healing art, there will be a natural growth toward dance as a community art.» Das Körperwissen, das Anna Halprin (1920 – 2021) durch ihre Selbstheilung von einer Krebserkrankung und künstlerische Arbeit mit Kollektiven seit den 1970er-Jahren entwickelt hat, wird für sie zu einer Vision von Tanz als gesellschaftlichem Transformationsprozess.
Ihre rituellen Choreografien wie «Planetary Dance» oder «Circle the Earth» orientieren sich nicht mehr am Konzept der westlichen Bühnenkunst, es sind partizipative Prozesse mit gesellschaftlichem Anliegen. Anna Halprin fordert eine politische Haltung von Künstler*innen (nicht im Sinne von Didaktik oder Agitprop), um die Kapazitäten künstlerischen Wissens in kritischen Konstellationen von Gewalt, Ungerechtigkeit oder Krankheit als heilende Kraft einzusetzen und wirksam zu machen. Auch wenn Halprin die amerikanische Postmoderne – Tänzerinnen wie Trisha Brown, Simone Forti, Yvonne Rainer, Avantgarden wie Judson Church oder die Entwicklung der Contact Improvisation – , enorm beeinflusst hat, wurde ihr Werk jahrzehntelang übersehen. Dabei ist ihr Verständnis von Körperwissen für den Tanz ...
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Tanz Juni 2023
Rubrik: warm-up, Seite 1
von Johannes Odenthal
Montpellier
MONTPELLIER DANSE
Einmal mehr staunen über das Tanz-Füllhorn, das auch in diesem Jahr vom Festival «Montpellier Danse» ausgeschüttet wird: Angefangen mit einer Kreation von Sharon Eyal & Gai Behar, die «Into the Hairy» geht, über brandneue «Black Lights» von Mathilde Monnier, gefolgt von Dimitri Chamblas (S. 4) und Nazareth Panadero, die nicht nur in...
Wie hat alles begonnen Herr Watkin, wann war klar für Sie: Ich will, ich muss tanzen?
Ich habe schon in jungen Jahren in meiner örtlichen Schule Stepptanzunterricht genommen, weil mir die Musikalität und die Rhythmen so gut gefielen. Meine Schwester sah ein Casting für die National Ballet School of Canada, und meine Lehrerin riet mir, mich zu bewerben. Ich hatte...
Der Flug hat Verspätung, das Publikum sitzt bereits und versucht, die Zeit sinnvoll zu nutzen. Derweil hetze ich mit meinem Koffer durch eine Stadt, die ich nicht kenne. Die Grenzen des eigenen Körpers sind schon lange erreicht, doch ich mache weiter, weil ich niemanden warten lassen möchte. Außerdem möchte ich nicht die Chance verstreichen lassen, mit jungen...
