Dominique Dumais «Chaplin!»
«Maestro, bitte singen Sie!», heißt es auf einem Zwischentitel, mit dem Dominique Dumais ihren «Chaplin!»-Abend stummfilmartig gliedert – und Enrico Calesso stimmt den «Nonsense Song (Titine)» an, ohne deshalb vom Dirigieren zu lassen, während Paul Calderone auf der Bühne so tut, als ob er der singende Chaplin wäre.
Eine Schlüsselszene gleich in mehrfacher Hinsicht, als Charlie Chaplin sich 1936 nicht nur einen ersten Song auf den eigenen Leib komponiert, sondern als The Tramp in «Modern Times» zugleich Abschied nimmt von der Zeit des Stummfilms und damit von einer Rolle, die den Pantomimen zur Ikone werden lässt und damit zum Vorbild unzähliger Nachahmer.
Auch in dem gut zwei Stunden dauernden «Tanzstück» gibt es ein Davor und ein Danach. «Bescheidene Anfänge» nennt sich eine Szene, «Ein Hut, ein Stock, ein Jackett» eine andere, ohne dass sich Dumais mit dem bloß Biografischen begnügen würde. Ein vieldeutiges Bild gleich zu Beginn, sozusagen ein Schwebezustand des zehnköpfigen Ensembles, das sich im choreografierten Kollektiv zu verlieren droht. Noch hat sich der Mensch Chaplin als Kunstfigur nicht erfunden – und so wie er als Kind alles Erlebte verinnerlicht, müssen sich auch ...
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Tanz Juni 2023
Rubrik: Kalender, Seite 44
von Hartmut Regitz
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