olga de soto
Olga de Soto, woran arbeiten Sie zurzeit? An einem Forschungsprojekt zum Ballett «Der grüne Tisch» von Kurt Jooss. Mir geht es darum, historische Wahrnehmungsweisen des Stücks zu sammeln und seine Überlieferung zu dokumentieren. Die Ergebnisse meiner Recherchen werden Teil einer Aufführung.
Was sind für Sie «historische Wahrnehmungsweisen»? In meinem Projekt «histoire(s)» von 2004 hatte ich ausschließlich Menschen befragt, die die Uraufführung von Roland Petits Ballett «Le jeune homme et la mort» 1946 in Paris gesehen hatten.
Nun lege ich den Fokus auf das Werk selbst. Ich befasse mich intensiv mit dem historischen Kontext, in dem «Der grüne Tisch» entstanden ist, mit den Themen, die Jooss beschäftigt haben, und mit seinem politischen Engagement.
Wie gehen Sie mit der großen historischen Distanz um? Das Stück stammt immerhin aus dem Jahr 1932. Ich forsche in zwei Richtungen. Die eine untersucht die Wahrnehmungen von Zuschauern verschiedener Generationen. Ihre Erfahrungen versuche ich in Verbindung zu bringen mit Jooss‘ Wirken. Zum Beispiel suche ich Menschen, die das Ballett gesehen haben, als es zum ersten Mal von einer anderen Kompanie getanzt wurde, oder bei Gastspielen des ...
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Tanz März 2012
Rubrik: traditionen, Seite 58
von Frankziska Buhre
Ganz nebenbei erwähnt Stephanie Thiersch, dass sie mal Skaterin war. «Ich fand die Jungs halt toll.» Skaten und Hip-Hop und Graffiti, diese Szene war mal ihre Welt. Das Faible für ruppige Musik hört man einigen ihrer Stücke noch heute an. Ballerina wollte sie, Jahrgang 1970, mal werden, lernte in Wiesbaden nach russischer Schule, bekam die, wie sie sagt, «üblichen»...
Die Hände! Sie sind der halbe Mensch hier. Zu Beginn hängen sie an den Armen in der weißen Bluse herab. Dazu dunkelgraue Hose, schwarze Lackschuhe, ein schmales Gesicht, eiserne Miene unterm Haar. Gegenlicht meißelt die dünne Figur machtvoll in den Raum. Sie tritt nach vorn, auf dem grauen Teppichrechteck, das ihr Feld ist, checkt das Publikum. Jetzt kommt die...
Einmal erwähnt Rainer Maria Rilke in seinen «Duineser Elegien» einen Tänzer. Nur das Programmheft zur Rilke-Choreografie von Dominique Dumais, das alle zehn Gedichte auszugsweise abdruckt, ebenso die Off-Stimme, die einige Teile spricht, lassen diese Stelle aus der vierten Elegie weg: «dann erst kam der Tänzer. / Nicht der. Genug! Und wenn er auch so leicht tut, /...
