glück...
...findet reißenden Absatz, es ziert die Werbung und wird von Doris Dörrie verfilmt. Also darf man dem Glück getrost misstrauen. Die Tanzregisseurin Helena Waldmann treibt das Glück direkt in den Bühnentod (Seite 22), die Choreografin Stephanie Thiersch (Seite 14) sagt: «Glück wird medial total überhöht, ständig reflektiert, so dass es etwas Dogmatisches bekommt, ein Ziel, ein Muss darstellt.»
Sie hat recht. Denn das Glück scheint sogar zur Staatsangelegenheit zu werden. Jegliches Verbot gründet sich gesetzlich auf der Annahme, ein Unglück zu vermeiden.
Dumm ist nur: Je mehr wir uns verbieten lassen, desto unglücklicher werden wir. Jeder bessere Tanzabend beweist das Gegenteil. Wer nichts riskiert, nicht investiert in eine Energie jenseits des Mäßigen, langweilt das Publikum. Auch der Zuschauer will ausbrechen aus dem Korsett der Sicherheit, der Gewohnheit, der Wiederholung.
Jeder Tänzer kennt das. Mit jeder Wiederholung manifestiert sich sein Recht auf Tanz. Aber soll man es dabei belassen? Zum dritten Mal findet nun die «Biennale Tanzausbildung» statt. Auch dieses Treffen der Tanzpädagogen hat ein Ziel: Das Wiederholen von Geschichte, sagt der Gastgeber Dieter Heitkamp (Seite 66), ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2012
Rubrik: editorial märz 2012, Seite 1
von
alain platel_________
c(h)œurs
ist der waghalsig zu nennende Versuch, die allseits beliebten Opernchöre von Verdi mit 100 Sängern zu einem Spektakel auszubauen. Der berühmte Operndirektor Gerard Mortier bat den nicht minder bekannten belgischen Choreografen Alain Platel, auch noch ein wenig Wagner hineinzutun und zehn Tänzer vor die mit Live-Orchester begleiteten...
Die Hände! Sie sind der halbe Mensch hier. Zu Beginn hängen sie an den Armen in der weißen Bluse herab. Dazu dunkelgraue Hose, schwarze Lackschuhe, ein schmales Gesicht, eiserne Miene unterm Haar. Gegenlicht meißelt die dünne Figur machtvoll in den Raum. Sie tritt nach vorn, auf dem grauen Teppichrechteck, das ihr Feld ist, checkt das Publikum. Jetzt kommt die...
Bei der Audition, durch die das Stuttgarter Ballett und Katja Wünsche im Januar 1999 zusammenkamen, trug sie die Nummer 27. Heute ist die Tänzerin die prägende Künstlerin der Kompanie und das Gesicht, das sich mit Christian Spucks neuem Ballett «Das Fräulein von S.» besonders einprägt. Überall prangt eine unnahbare Geheimnisträgerin auf Plakatsäulen. Vor tiefem...
