halle: messias
Der Stoff, aus dem die Träume sind? Am Ende der Vorstellung greifen die Tänzer und Tänzerinnen jedenfalls nach etwas, das sich einem Zugriff eigentlich entzieht. Und wenn ihre Anstrengung auch kein Ergebnis zeitigt, signalisiert das poetische Bild doch so etwas wie Hoffnung, bevor der Vorhang fällt.
Insofern rundet sich ein Ballett-abend, den Ralf Rossa nicht zuletzt Händels «Messias» widmet, selbst wenn er zwischendurch ein paar Sätze aus einem «Messiah» des schwedischen Komponisten Sven-David Sandström zitiert und einiges aus dem Gospel-Album «Handel’s Messiah – A Soulful Celebration». Denn auch am Anfang geben sich die 22 Ensemblemitglieder des Ballett Rossa ganz privat, in unterschiedliches Grau gekleidet, aber mit schwarzem Schuhwerk. Dem Warm-up folgt während der «Sinfonia» eine Präsentation jedes Einzelnen, die fast etwas von einer Modenschau hat: ein Eindruck, den Thiago Fayad alsbald wieder verwischt, wenn er sein Solo zu einem Tenor-Accompagnato so improvisiert, als wäre ihm Händels Musik gleichsam in alle Glieder gefahren. Wie besessen tanzt er, und während man auf Englisch Worte von Jesaja hört, greifen ihm ungesteuert die eigenen Hände ins Gesicht, als könnten sie ...
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Tanz Juni 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Hartmut Regitz
natasha hassiotis ist studierte Juristin und Tanzwissenschaftlerin und seit Anfang der 1990er-Jahre u.a. auch für tanz als Kritikerin unterwegs. Wer so viele Gespräche wie die griechische Journalistin geführt hat, sitzt irgendwann auf einem Berg von Material, das sein Verfallsdatum überschritten hat. Sollte man meinen. Aber die Lektüre von «Great Choreographers –...
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