Grupo Corpo: «Breu»
Nur wenigen Choreografen gelingt es, eine eigene, unabhängige Handschrift zu entwickeln und diese auch noch lebendig zu erhalten. Der Brasilianer Rodrigo Pederneiras ist einer von ihnen. Jüngster Beweis: Breu, uraufgeführt im Teatro Municipal in Rio de Janeiro von seiner Grupo Corpo. Es geht zur eigens komponierten Musik von Lenine um einen Dialog zwischen Tradition und Gegenwart, zwischen Hinterhof und Welt, zwischen dahingefetzten «frevos» (das ist Karnevalsmusik aus Pernambuco) und kühler Technik.
Das Schlagzeug von Igor Cavaleira erzeugt Raum für den Tanz, der auf einem aus schwarzen Fliesen bestehenden Bühnenboden stattfindet und die Tänzer zu Boden zwingt. Ein neuer Zug an Pederneiras, der zudem die Umrisse seiner Tänzer verwischt durch genau den Dunst (breu), den das Stück verspricht. Das Licht fährt durch den Nebel wie die Klinge eines Rasiermessers. Scharf. Trocken. Präzis. Wie die Kompanie selbst. Ein rasanter, effektvoller Abend.
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