Pina Bauschs Kontakthof
«Wir wollen weiter für dich tanzen!» Der Wunsch der Wuppertaler war Pina Bausch Befehl. «Sie würde nicht im Wege stehen, diesen Menschen den Spaß nicht nehmen», schreibt Jo Ann Endicott in dem kleinen, feinen Büchlein, und die Damen und Herren ab «65» lassen sich nicht lange bitten: Mindestens 69-mal haben sie ihren «Kontakthof» gezeigt, der nur eine einmalige Angelegenheit bleiben sollte, und er ist längst nicht abgespielt – obwohl Alfred schon bei der Generalprobe vor lauter Übermut schier das Gebiss aus dem Mund gefallen ist.
Liebevoll erzählt die Ur-Besetzung aus dem Leben ihrer Kontakthöfler, die sich trotz schwerwiegender Probleme wie Brustkrebs, Herzbeschwerden, Angina Pectoris, Osteoporose, Grauer Star und Tinnitus die Lust am Tanz nie haben nehmen lassen. Kein Wunder, wenn Jo Ann Endicott, gemeinsam mit Beatrice Libonati für die Einstudierung verantwortlich, am Ende ihres ebenso amüsanten wie aufschlussreichen Beitrags sich eingesteht, dass die Damen und Herren sie verändert haben. «Je mehr Zeit ich mit den Senioren verbringe, umso mehr entfremde ich mich von meinem Tänzerleben und vom Theaterleben.» Das Buch lässt nichtsdestotrotz tief blicken: in Texten, Dokumenten und ...
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