Antje Pfundtner, Wen Hui: «Outlanders»

Frankfurt/ Main

Tanz - Logo

Die chinesische Tänzerin versucht, eine Plastiktüte zu verschlingen. Beinah erstickt sie daran. Ein beklemmendes Bild für das Würgen an den Zuständen in ihrer Heimat. Gebückt, in die Hocke gezwungen, häufig auf Knien bewegen sich die Performer des Living Dance Studio aus Peking in Slow Motion. In fünf Wochen erarbeitete die Choreografin Wen Hui mit der Hamburger Kollegin Antje Pfundtner dieses Tanztheater über das Fremdsein im eigenen Land und vom Fremdeln des staunenden, orientierungslosen Ausländers.

Die Hand vor dem Mund ist eine ihrer Schlüsselgesten: Sie drückt das verblüffte «Oh» des ungenierten Westlers ebenso aus wie die östliche Höflichkeitsgeste. Chinesen zeigen beim Lachen ihre Zähne nicht. Sie nehmen die Hand davor.
«Outlanders» hatte im Rahmen des Festivals «China Time» in der Hamburger Kampnagelfabrik Premiere und eröffnete die letzte Spielzeit der Intendantin Gordana Vnuk. Nicht nur zwei gegensätzliche Mentalitäten und Kulturen, auch unterschiedliche Arbeitsmethoden prallen im deutsch-chinesischen Tänzertreffen aufeinander. Wie der Name des Living Dance Studio andeutet, bleibt das experimentelle Pekinger Künstlerkollektiv nah am Altagsleben und der sozialen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 36
von Klaus Witzeling

Vergriffen
Weitere Beiträge
Brief aus Kabul

Natürlich gibt es keinen Tanz in Afghanistan. «Der Islam. Das müssen Sie verstehen», sagt Mohammad Azim Hussainzadah, Leiter der Theaterabteilung an der Kabul Universität. «Gibt es eine Stelle im Koran, die den Tanz verbietet?» «Nein», sagt der  Mitausrichter des 4. Afghanischen Theaterfestivals, gemeinsam mit dem Goethe-Institut Kabul stolzer Zusammenführer aller...

Nina Vyroubova

Dass Nina Vyroubova in den 1960er Jahren auch der Hamburgischen Staats­oper Starglanz verlieh, hat man hierzulande längst vergessen. In Frankreich dagegen war die gebürtige Russin nach wie vor eine Größe, obwohl sie sich nach dem Ende ihrer pädagogischen Tätigkeit ganz ins Privatleben zurückgezogen hatte. Viele Jahre über war sie schließlich die Muse von Roland...

Gabriel Sala

Fünfundsechzig und kein bisschen müde: Gabriel Sala hat am 21. Juli zwar das Pensionsalter erreicht und ist damit als aktiver Mitgestalter aus dem Ballett des Hessischen Staatstheaters ausgeschieden, aber auf die faule Haut will er sich deswegen auf keinen Fall legen. An der Neuauflage des Schülerprojekts move@school möchte sich der Wahl-Wiesbadener aus Buenos...