Antje Pfundtner, Wen Hui: «Outlanders»
Die chinesische Tänzerin versucht, eine Plastiktüte zu verschlingen. Beinah erstickt sie daran. Ein beklemmendes Bild für das Würgen an den Zuständen in ihrer Heimat. Gebückt, in die Hocke gezwungen, häufig auf Knien bewegen sich die Performer des Living Dance Studio aus Peking in Slow Motion. In fünf Wochen erarbeitete die Choreografin Wen Hui mit der Hamburger Kollegin Antje Pfundtner dieses Tanztheater über das Fremdsein im eigenen Land und vom Fremdeln des staunenden, orientierungslosen Ausländers.
Die Hand vor dem Mund ist eine ihrer Schlüsselgesten: Sie drückt das verblüffte «Oh» des ungenierten Westlers ebenso aus wie die östliche Höflichkeitsgeste. Chinesen zeigen beim Lachen ihre Zähne nicht. Sie nehmen die Hand davor.
«Outlanders» hatte im Rahmen des Festivals «China Time» in der Hamburger Kampnagelfabrik Premiere und eröffnete die letzte Spielzeit der Intendantin Gordana Vnuk. Nicht nur zwei gegensätzliche Mentalitäten und Kulturen, auch unterschiedliche Arbeitsmethoden prallen im deutsch-chinesischen Tänzertreffen aufeinander. Wie der Name des Living Dance Studio andeutet, bleibt das experimentelle Pekinger Künstlerkollektiv nah am Altagsleben und der sozialen ...
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