Die Zukunft des Tanzarchivs Leipzig
Die Idee scheint bestechend: Man nehme ein Tanzarchiv, das bisher lediglich in Form eines eingetragenen Vereins organisiert ist, und mache daraus ein «richtiges» Archiv, das fortan angegliedert ist an eine Universität. Schon schießen die Träume und Visionen aller Tanzbegeisterten ins Unermessliche: Endlich scheint die viel gewünschte, oft erhoffte Anbindung eines Wissensspeichers an ein Wissenszentrum in Reichweite. Ein lebendiges Tanzarchiv, so denkt man, ein Ort des Austauschs zwischen Archivaren, Theoretikern, Praktikern und breitem Publikum ist zum Greifen nah.
Aber weder Deutschland und erst recht nicht der Freistaat Sachsen sind Orte für Visionen. In der Landeshauptstadt Dresden entwickelt das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst ein Modell, das sich zum Ziel gesetzt hat, ausgerechnet über die Anbindung des renommierten Tanzarchivs Leipzig an die dortige Universität die personelle Ausstattung und damit die Zukunft des Archivs zu sichern. Gerade so, als gäbe es die leidvolle Kölner Erfahrung nicht, wo an der dortigen Hochschule für Musik die erste Professur für Tanzwissenschaft in Deutschland schon über Jahre unbesetzt ist, weil es dem Rektor der Schule so ...
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