Selbst ist der Mann

Andere über sich entscheiden lassen? Das kommt für Filip Barankiewicz überhaupt nicht infrage. Mit Entschluss- und Tatkraft hat er es an die Spitze des Tschechischen Nationalballetts gebracht. Besucht hat ihn Hartmut Regitz

Die Karlsbrücke kennt jeder. Der Annaplatz ist hingegen eher unbekannt, einer der kleinsten Plätze Prags, nur ein paar Schritte entfernt vom touristischen Trampelpfad. Besser gesagt: der Námestí u. S. ­Anny, wie man auf einer Hauswand lesen kann. Der zweisprachige Ortshinweis hat sich – eine Rarität – ganz verschnörkelt aus der k.u.k.-Vergangenheit erhalten. Angebracht ist er auf einem lindgrün bemalten, sonst eher unauffälligen Haus, dem man das provokative Innenleben nicht unbedingt ansieht.

Divadlo Na zábradlí nennt sich das Gebäude, hierzulande besser bekannt als das Theater am Geländer. In ihm hat sich einst Václav Havel vom Beleuchter zum Dramatiker der Nation hochgearbeitet. Ein paar Schritte weiter stößt man auf ein ehemaliges Kloster. Es beherbergt heute das Ballettzentrum des ­Narodní divadlo.

Filip Barankiewicz öffnet das schwere Eichentor, das ganz offensichtlich noch aus historischen Zeiten stammt. Seit drei Jahren residiert er hier, Hausherr nicht nur über das Anensky kláster, sondern als Ballettdirektor mitverantwortlich für gleich vier Spielstätten, nämlich National-, Staats- und Ständetheater sowie Neue Bühne im Haus der ­Laterna magica. Nicht ohne Besitzerstolz ...

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Tanz August/September 2020
Rubrik: Menschen, Seite 18
von Hartmut Regitz