groningen: laor, sheinfeld, levi «big mouth»
Im Gleichschritt, rechts, links, rechts, links, ziehen sie zu dritt im Viereck über die Bühne. Ruhig, nicht zu langsam, keineswegs aggressiv, trotzdem entschlossen. Vielleicht das souveräne Militär von morgen. Dann erste Veränderungen in der kleinen Einheitsformation aus zwei Männern in Schwarz und einer Frau in Blau-Weiß: Richtungswechsel, Rückwärts- und Kreuzschritte, Schwingen und ab und an ungebührliches Schlenkern der Arme.
Im semimilitärischen Bewegungsablauf sind Volkstanzschritte zu erkennen – zweifellos herrscht eine Nähe zwischen einer eigentlich positiven und einer durchaus problematischen Art der Gemeinschaftsbildung.
Die Tänzerin fällt aus der vereinheitlichten Bewegung, wird zum Zentrum aller Begegnungen, agiert aktiv und passiv, ist der emotionale Brennpunkt des Stücks: Freudig erregt läuft sie auf ihre Partner zu, wird von ihnen hin und her geworfen, um die Schultern gefasst und mit dominanter Zärtlichkeit von ihnen abgeführt. Chancen und Zwänge des Kollektivs, welches das ausbrechende Individuum gewähren lässt, es entschieden zurückholt – so einfach führen Oren Laor, Niv Sheinfeld und Keren Levi vor, wie Israels Gesellschaft im Inneren und in ihrer ganzen ...
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wird für ihr bisheriges Werk mit dem «Schweizer Tanz- und Choreografiepreis 2010» ausgezeichnet. Die Jurybegründung hebt etwas pittoresk ihren schmalen Körper hervor, den sie den Spannungsfeldern von Raum und Klang aussetzt. Verliehen wird ihr der mit 30.000 Schweizer Franken dotierte Preis am 25. Oktober in der Berner Dampfzentrale anlässlich einer Aufführung...
Eine Masse, umgeben von einer glänzenden Hülle, in goldenes Licht getaucht. Mit diesem Bild setzt Marie Chouinards neues Stück «Le nombre d’or (LIVE)» ein. Die Masse beginnt sich zu bewegen; aus einem Knäuel werden zwei Personen, die sich wie Katzen räkeln, sich langsam voneinander lösen. Ganz allmählich kriechen die beiden unter der Hülle hervor, sie strecken...
ist die bekannte Bühnenbildnerin von Johan Kresnik, weniger bekannt als Performancekünstlerin, die sie in den Achtzigern in New York gewesen war. Unvergessen ihre letzte Arbeit für Kresnik, «Hotel Lux», ein perfides, für den Zuschauer gut einsehbares Überwachungssystem mit Kameraschwenkarm und Verhörzellen, das die Umwandlung deutscher Sozialisten zu...
