goldenes schnittchen
Eine Masse, umgeben von einer glänzenden Hülle, in goldenes Licht getaucht. Mit diesem Bild setzt Marie Chouinards neues Stück «Le nombre d’or (LIVE)» ein. Die Masse beginnt sich zu bewegen; aus einem Knäuel werden zwei Personen, die sich wie Katzen räkeln, sich langsam voneinander lösen. Ganz allmählich kriechen die beiden unter der Hülle hervor, sie strecken sich, schwanken. Halbmasken und Blondhaar-Perücken verfremden die Erscheinung. Das erinnert in seiner meditativen Versenkung an Butoh: ein faszinierendes Bild, doch der Versuch zu dechiffrieren führt nicht weiter.
Marie Chouinard ist eine Meisterin im Verrätseln. Jedes ihrer Stücke kreiert einen eigenen Kosmos – sowohl was die Bewegungssprache als auch was die Gestaltung des Bühnenraums angeht –, und dieser Kosmos ist stets einer speziellen Logik unterworfen. Auf den ersten Blick erschließt sie sich nicht. Das Gesamtkunstwerk aus Bewegungen, Bühnenbild, Kos-tümen, Licht ist voller Anspielungen, Verweise auf Tanzgeschichte und zeitgenössische Kunst, stets sehr artifiziell.
Mit «Le nombre d’or (LIVE)», das im März in Vancouver uraufgeführt wurde und beim siebten Tanzfestival der Biennale von Venedig die dritte und vierte ...
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Ich hatte ein breites Training in...
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