raumpartituren: penelope wehrli

Tanz - Logo

ist die bekannte Bühnenbildnerin von Johan Kresnik, weniger bekannt als  Performancekünstlerin, die sie in den Achtzigern in New York gewesen war. Unvergessen ihre letzte Arbeit für ­Kres­nik, «Hotel Lux», ein perfides, für den Zuschauer gut einsehbares Überwachungssystem mit Kameraschwenkarm und Verhörzellen, das die Umwandlung deutscher Sozialisten zu stalintreuen DDR-Marionetten in Moskau zeigte. Wehrlis Arbeit, schreibt der Kurator und Herausgeber des Katalogs «raum partituren», Detlev Schreiber, unterlief oft Kresniks «brachiale Konzeptualität».

Wehrlis eigene Notizen verschweigen gar das Meisterwerk «Hotel Lux». Sie rechnet lieber ab mit dem Tanztheaterbühnen, dem sie in «Antonin Nalpas» einen Faraday’schen Käfig mit einer 100.000-Volt-Blitzanlage ­ver­passte, der nach dem Zufallsprinzip ins Geschehen eingreifen sollte – aber Kresnik wollte ihre Bewunderung für John Cage und Merce Cunningham nicht teilen, ihre Liebe zur Autonomie der Bühnenelemente, der Freiheit des Films, des Tänzers, des Sounds, die dafür jegliche Dramaturgie entbehren müsse, weil Wehrli «Wahrheit» und «Realität» sehr relativ findet. Ihre Rauminstallationen nach der Trennung von Kresnik sind monumental, nie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August 2010
Rubrik: medien, Seite 84
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
tanz & technologie: verstrickt

Vom 19. bis zum 22. August ist die berühmte Inter Society for Electonic Arts zu Gast bei «Ruhr.2010» auf PACT Zollverein in Essen. Bei diesem größten Auftrieb der Pioniere der Neue-Medien-Kunst ist auch Chris Salter dabei, dessen «Just Noticeable Difference» eine Installation für je einen Zuschauer ist. Dieser betritt ein Gehäuse, das auf die kleinste Bewegung, das...

Was ist schön?

Spaziert man vom Dresdner Hauptbahnhof zum Deutschen Hygienemuseum, also vom Symbol der verlässlichen deutschen Pünktlichkeit zur Weihestätte des deutschen Gesundheitsgebots (Unpünktlichkeit und andere Unreinlichkeiten hasst der deutsche Small Talk), gelangt man zuerst in die Mary-Wigman-Straße, durchmisst die Gret-Palucca-Straße, streift die Dore-Hoyer-Straße, um...

die andere seite

Fabian Chyle, im Rahmen Ihres Traineeprogramms am St Elizabeth Hospital in Washington kamen Sie zum ersten Mal mit der Gefängniswelt in Berührung. Wollten Sie da wirklich hin?
Ich suchte nach einem Erfahrungsfeld mit Menschen, die sehr gefährdet, chronisch krank, aggressiv sind. Die andere Seite. Zurück in Stuttgart, habe ich in einer forensischen Klinik mit...