Greifswald, Stralsund: Ralf Dörnen «The Juliet Letters»

Der Mann scheint seinem Mentor nachzueifern. Seit 23 Jahren leitet Ralf Dörnen das Ballettensemble des Theater Vorpommern, das drei Spielstätten betanzt: Stralsund, Greifswald und die hübsche Miniaturbühne in Putbus auf Rügen. Dass einer so lange aushält und so lange gehalten wird, kommt anderswo kaum vor – sieht man von John Neumeier in Hamburg ab, der bald auf ein halbes Jahrhundert Ballettregentschaft zurückblicken kann.

Bei Neumeier hat Dörnens Karriere angefangen, zur kommenden Saison erfährt sie eine Krönung mit Seltenheitswert: Der gebürtige Leverkusener wird Intendant des Dreispartenhauses (tanz 7/20) – ein Schritt an die Spitze, der nicht eben vielen Tanzschaffenden glückt. Vom Tanz wird Dörnen dennoch nicht lassen, und das ist auch gut so. Seine jüngste, coronatauglich zugeschnittene Uraufführung «The Juliet Letters» macht deutlich, weshalb sich der Choreograf so großer Beliebtheit erfreut: Die zwölfköpfige Equipe erweist sich bestens präpariert für einen Abend, der die eine oder andere psychologische Tiefenbohrung unternimmt, aber vor allem das irdische Liebeskarussell tüchtig in Schwung versetzt.

Darum nämlich geht es hier, um die Spielarten der Liebe und ihre ...

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Tanz November 2020
Rubrik: Kritik, Seite 31
von Dorion Weickmann

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Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance

 

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