Gute Frage

Wozu Netzwerke wirklich taugen? Gewiss sorgen sie dafür, dass Veranstalter weltweit besser miteinander kooperieren können. Hinter den Kulissen aber tobt ein Krieg.

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Es war einmal vor langer, langer Zeit, da hieß die Losung: Tod dem Genie! Das Wunderkind, das in einer schützenden Blase zu Weltruhm gelangt: alles nur ein Märchen. Wahre Kunst setzt zwar Talent voraus, aber sie benötigt noch etwas anderes: kooperatives Verhalten. Kein Genie vermag gegenüber all den Moden und wechselnden Anforderungen allein zu bestehen. Schon in der Schulzeit hieß das Wort dafür: Kooperation, nicht aus der Reihe tanzen, zusammenbleiben, um sich gemeinsam einem größeren Ziel zu unterwerfen.

Etwa dem, dass es dem Tanz mal besser gehen solle, damit er nicht länger nur drittes Rad am Wagen sei. Also hat der Tanz früh Kooperativen entwickelt, so, wie man sie aus der Landwirtschaft kennt. Da trägt zwar jede und jeder Verantwortung für das eigene Land. Die Mittel jedoch, um das Land zu bestellen, zu ernten und die Produkte zu vermarkten, werden kooperativ organisiert. Viele Tanzhäuser in Europa schrieben sich genau dieses Ideal auf die eigene Fahne. Die Kunst, hieß es, liege allein in der Verantwortung der Kunstschaffenden (und nicht bei einer­ ­Intendanz). Die Trainings- und Probenräume dagegen, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, selbst die Duschen, sie gehören ...

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Tanz November 2020
Rubrik: Kooperationen, Seite 38
von Arnd Wesemann

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