Gregor Zöllig «Ein Sommernachtstraum»

Bielefeld

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Das Ballett steht bei Shakespeare Schlange. Tragödie oder Komödie, egal. Shakespeares Kunst ist immer klar-verunklarte Personenkonstellation. Freund und Verräter – ein Paar. Herrscher und Narr – dasselbe. Liebe und Tod – aus dem einen folgt das andere. Shakespeares Irrungen und Wirrungen verlieren im Ballett den Wortwitz, natürlich. Werden flach wie eine Folie. Im Tanz ist Shakespeare darum nur noch vermeintlicher Konflikt. Den kann man auch ganz vermeiden, ihn tröstend mit Minimal Music, neoklassischem Synthesizer und Ballade zudecken.

Wie Gregor Zöllig das jetzt in seinem liebestollen «Sommernachtstraum» getan hat. Man kann vom Traum von freier Liebe bei Shakespeare unmittelbar auf den Traum schließen, dass freie Liebe nur umso festere Bindung sucht. Sein Bild: ein fünfzigster Hochzeitstag. Die Goldene. Bürgerliche Trautsamkeit in einem retro-chicen Wohnzimmer. Das echte Ehepaar Dorothee und Martin Uffmann als Hippolyta und Theseus laden ihre Kinder und Kindeskinder ein. Die kriechen durch Wandschränke; die Familientafel ist eine Wippe; Auftritt von lauter Verwandten und darum Gleichen aus dem Wandschrank – Zettel, Puck, Oberon (den denkbar Ungleichsten bei Shakespeare). Das ...

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Tanz Januar 2009
Rubrik: Der Kalender, Seite 36
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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