Palastrevolution

Der Friedrichstadtpalast will im 21. Jahrhundert ankom­men. Mit «Qi». Dafür wurde das Theater so gründlich auf den Kopf gestellt, dass die Maßnahmen auch jede andere Bühne aus dem Dornröschenschlaf küssen könnten.

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«Wer eine Zukunft haben will», sagt Berndt Schmidt, «muss erst einmal in der Gegenwart ankommen». Als der Intendant des Berliner Friedrichstadtpalasts im November 2007 sein Amt antrat, agierte das Ensemble – ein Ballett mit weithin berühmter Girlreihe und Live-Orchester – oft vor schwach besuchtem Haus. Innerhalb weniger Jahre hatte sich die Auslastung der knapp 1900 Plätze von ehemals 99 Prozent fast halbiert. Um die Gegenwart stand es schlecht, die Zukunftsaussichten waren alles andere als rosig.

Auswärtige Bustouristen – eine komfortable Größe, mit der man fest rechnen konnte – kamen immer seltener in den Palast. Billigflüge veränderten die Reisegewohnheiten.

Schmidt fand, dass die seit März 2007 laufende Revue «Rhythmus Berlin» dazu angetan war, selbst treues Stammpublikum vom Glauben an das große Unterhaltungstheater mit Showtanz, Federn und Chichi abfallen zu lassen. Viele verließen die Vorstellung in der Pause. In jenem Jahr machte der Friedrichstadtpalast vier Millionen Euro Verlust. Der neue Intendant zog die Notbremse und ersetzte die ungeliebte Inszenierung durch das bereits eingemottete Stück «Glanzlichter» – aufgepeppt durch den Pariser Lido-Star Sabine Hettlich. Die ...

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Tanz Januar 2009
Rubrik: Praxis, Seite 58
von Caroline Treuber

Vergriffen
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