Anne Teresa de Keersmaeker und Steve Fillet
Die Ausstellung «Belle-Île» im MACS Musée des Arts Contemporaines Grand-Hornu (Belgien) empfängt ihre Besucher*innen mit einem imposanten Anblick: Sieben riesige Gemälde von Anne Teresa De Keersmaeker und Steven Fillet erstrecken sich durch den Raum, hier durch die Salle Pont.
Die Bilder enstanden nach Arbeiten unter freiem Himmel an der bretonischen Küste, und ihre Oberflächen weisen entsprechende physische Strukturen auf: Spuren von Druck, Wetter und Körpern – eine Anhäufung unzähliger einzelner Zeichen, die sich erst bei Betrachtung aus gewissem Abstand zu einem Gesamtbild fügen.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Raums wird diese materielle Logik wieder in Live-Bewegung umgewandelt. Zurückhaltend nutzt das neue, auf Beethovens letzte Klaviersonate choreografierte Solo «Amnesia» die gesamte Länge der Galerie aus. Alain Francos musikalische Dramaturgie behandelt die Klänge eher begleitend als erklärend. Nirgends wird hier auf Verschmelzung gesetzt.
Leinwand, Choreografie und Architektur halten Abstand voneinander und beeinflussen dennoch gegenseitig die Art und Weise, wie sie gelesen werden. So bleibt am Ende nicht so sehr die Geschichte als vielmehr die Spur einer Aktion ...
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