Balanchine, Robbins, Childs «Liebeslieder»

Wien

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Hinter dem romantischen Titel verbirgt sich ein amerikanisches Programm, für das der Wiener Ballettdirektor Martin Schläpfer zum ersten Mal Lucinda Childs an die Staatsoper holte, eine Ikone des Postmodern Dance. Ihr kurzes, hochtouriges «Concerto» von 1993 ändert zu Musik von Henryk Górecki kaum die Schritte, aber ständig deren Richtung. Streng und klar dreht sich der Mix aus Mathematik und Minimalismus in einen erhabenen Vortex.

George Balanchines «Liebeslieder Walzer» dagegen versinken im Kitsch, zumal in dem blassgrünen, vor langer Zeit eigens für Wien entworfenen Bühnenbild – will man nicht genauer hinschauen und die (gut) verborgene Melancholie dieser Ballsaal-Tänze erspüren. Zu Liedern von Johannes Brahms erzählt unter den vier Paaren immerhin Liudmila Konovalovas Tanz von Verlust und Erinnerung. Den Auftakt zum Abend macht der Pas de deux «Other Dances» von Jerome Robbins, sein zweiter Nachklapp zu «Dances at a Gathering» und genau wie diese von feinster Folklore durchzogen: eine Chopin-Seligkeit in Blassblau, hinreißend leicht getanzt von Hyo-Jung Kang und Davide Dato. 

Wieder Staatsoper, 3., 21., 26. Febr., 1. März; www.wiener-staatsoper.at

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Tanz Februar 2022
Rubrik: Kalender, Seite 35
von Angela Reinhardt

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