Golden circle
Insgesamt fünf Künstler*innen sind bei Beyoncés «Renaissance World Tour» zuständig für den choreografischen Part: Fatima Robinson (Director of Choreography), Chris Grant (Lead Choreographer), Dana Foglia (Choreographer) sowie Tia Rivera und Adrian Wiltshire (Associate Choreographers). Sie dirigieren 20 Tänzer*innen für großformatige Gruppenszenen sowie das Streetdance-Duo «Les Twins», Larry und Laurent Bourgeois.
Irrwitzig, eine barocke Fülle, eine Materialschlacht, ein Leistungsnachweis dessen, was Entertainment sein kann, wenn nur ausreichend Geld und Manpower eingesetzt werden.
Es ist aber auch: ganz große Kunst. Und zwar gar nicht unbedingt im musikalischen Bereich. Ja, die elektronisch geprägten, auf den queeren Clubsounds der Neunzigerjahre fußenden Songs der aktuellen Beyoncé-CD «Renaissance» sind großartig, aber nicht deshalb ist das Hamburger Volksparkstadion ausverkauft. Die Massen kommen auch nicht, weil man unbedingt mal den Weltstar aus der Nähe sehen möchte – in die Nähe von Beyoncé kommt man nämlich nur, wenn man für rund 160 Euro einen Platz im «Golden Circle» gebucht hat, einem zentralen Bereich im Stadion, um den ein bespielter und betanzter Laufsteg führt. Die ...
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Tanz August-September 2023
Rubrik: Bewegung, Seite 6
von Falk Schreiber
CD des Monats
SCHWEIZER FOXTROTTS
Der Einfluss des Hotelgewerbes auf die Musik bzw. auf die Tanzgeschichte ist noch nicht erforscht. Aber dass er existiert, steht außer Zweifel. Wenn in der Schweiz noch vor den meisten europäischen Ländern Tänze wie Foxtrott, Tango, Shimmy oder Charleston schnell Einzug hielten, dann deswegen, weil die amerikanischen Touristen...
Er spielt weder den Revoluzzer noch den tanzpolitischen Didaktiker. Aber bürgerlich? Oder angepasst? Das ist Marco da Silva Ferreira gewiss nicht. Flashy, trendig, tribal sind Adjektive, in denen Portugals neuer Vorzeige-Choreograf sich erkennen dürfte. Was er mag, das ist: Mode, Clubbing, das Gefühl der Zusammengehörigkeit, ein urbaner Tribalismus und persönliche...
Wusch – und schon ist die Choreografin vorbeigedüst: mit wehenden Haaren und ein paar Sätzen auf den Lippen, die sie der hinterher sausenden Assistentin zuruft. Eine Stunde vor Premierenbeginn am Münchner Prinzregententheater kommt Marion Motin auf einem E-Roller angebraust. Sie arbeitet zum ersten Mal mit einer deutschen Ballettkompanie, für eine Uraufführung hat...
