Florentina Holzinger & Team «Kranetude – Etude For A Crane»
Ganz die Bregenzer Seebühne war es nicht, dennoch imponierte die Kulisse bei der «Kranetüde» von Florentina Holzinger & Team: Am Strand des intimen Seebads Friedrichshagen am Berliner Müggelsee ging es für Holzinger-Verhältnisse entspannt zu – ganz getreu dem Motto des Saisonabschlussfestivals «Leisure & Pleasure» der koproduzierenden Sophiensæle. Wie schon in «Ophelia’s Got Talent» (tanz 11/22), dem letzten ihrer grenzauslotenden Stücke, stehen auch hier mythische Wasserwesen im Zentrum.
Während drei Perkussionistinnen mit treibenden Rhythmen einheizen, schießen zwei Performerinnen auf Flyboards delfingleich durch und über den eiskalten See. Als Dirigentin fühlt sich Sibylle Fischer in die Soundkulisse ein. Der titelgebende Kran zieht ein Menschen-Mobile aus dem Wasser, an dem die versprochene Etüde vorgetragen wird. Alle Performerinnen agieren nackt, wie immer bei Holzinger. Nach knackigen 45 Minuten ist die Etüde auch schon durchexerziert, das Publikum lässt den Abend auf Badetüchern und mit obligatorischen Freibad-Pommes ausklingen – ein gelungenes Happening zwischen Stunt und Tanz, Maschine und Feminismus. www.sophiensaele.de
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August-September 2023
Rubrik: Kalender, Seite 54
von Johanna Rau
Den Kapitalismus, das Leisten- und-Verdienen-Müssen kann man auch ohne Plattitüden der großen Worte kritisieren: mit Spiel, Zeitvertreib, Beisammensein ohne Zweck. Obwohl, doch, es gibt Zwecke, aber die heißen nicht Arbeit oder Wettbewerb. «Skatepark» von Mette Ingvartsen ist ein Platz, durch den einfach die Zeit hindurchfährt. Bis es still wird, und die letzten...
Am Ende fliegt Glitterregen über den asketischen Buddha-Tänzer und verwandelt die Bühne in ein wahrhaft unasketisches Glittermeer. Das paradoxe Bild beeendet «Koreality – (K)eine Geisterbeschwörung» von Bodytalk, das koreanische Selbst- und Fremdbilder in energetischer Weise zusammenbringt. Choreografin Yoshiko Waki und Produzent Rolf Baumgart haben mit dem...
Radrennen wie die Tour de France lassen sich als hochmobile Bewegungskunst begreifen – reine Massenchoreografie und eine Art «durational performance» in Serie. Zu der gehören die vielen Zuschauer, die bei einer Tour-Etappe aus allen Himmelsrichtungen zur Rennstrecke strömen. Teilweise schon 48 Stunden vor der Vorbeifahrt der Profisportler rollen lange Reihen von...
