God's entertainment
Wer Feste und anderweitige dionysische Räusche bis dato als eine Art Kurzurlaub vom (Arbeits-)Alltag verstanden hat, kennt den Partyservice von God’s Entertainment noch nicht.
Die junge Wiener Performance-Truppe hat sich in der Sparte «Angewandte Sozialkritik» – mit dem Stilmittel aktiver Publikumsbeteiligung – einen Namen gemacht und zeigt, was man sich konkret darunter vorzustellen hat: In ihrem «Fight Club» ließen God’s Entertainment ihre Performer auf offener Bühne einander verprügeln, das Publikum durfte nach Computerspiel-Vorbild per Joystick die Intensität der Schläge bestimmen und am Ende betreten über seine eigene Gewaltfaszination nachdenken. Später wurde das Konzept als «Love Club» diesmal mit zuschauergesteuertem Strip und Intimitäten recycelt.
Zuletzt lud die Truppe in den Berlin-Mitte-Klub Zurmoebelfabrik zu einer Europa-Fete, gegen die der bürgerliche Nine-to-five-Job fast eine Wellnesskur ist. Kaum dass die Schwelle zum hippen Hinterhofkellergewölbe übertreten ist, stolpert man über einen prominenten Premierengast, der sich wackerr auf einem Hometrainer abstrampelt. Wenn er fünf Minuten durchhalte, grinst Matthias Lilienthal, der Chef des Berliner Theaterkombinats ...
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Ein Kampf ist entbrannt zwischen Publikum und Kritikern. Tanzwellen schlagen hoch, wenn sich in Zürich zum «Modernen Ball» Hundertschaften aus dem Sessel erheben und selber das Tanzbein schwingen. Oder gestandene Männer in Bautzen die Daumen in ihre Gürtel zwängen, um sich in ein sogenanntes «Line Dancing» zu fügen. Oder in Hamburg auf Kampnagel sich am...
Veitstanz
«Durch Pest, lange Kriege und endloses Unglück zermürbt und im Innersten aufgewühlt», so schreibt Wilhelm Angerstein in seinem 1868 publizierten Buch über «Volkstänze im deutschen Mittelalter», «wälzen sich Scharen Besessener von Ort zu Ort westwärts. Allein oder Hand in Hand kreisen und springen sie in schauerlichem und verrenktem Reigen – stundenlang,...
Rudolf Nureyev hat es gesagt: «Auf Technik greift man zurück, wenn einem die Inspiration ausgeht.» Das passt gut zum Portrait eines Tanzrebellen, den Aba Veblen im neuen Prachtband "Nurejew – Bilder eines Lebens" zeichnet.
Der im Henschel-Verlag erschienene, von Pierre-Henri Verlhac herausgegebene und von Vladimir Malakhov eingeleitete Fotoband zeigt vor allem...
