God's entertainment
Wer Feste und anderweitige dionysische Räusche bis dato als eine Art Kurzurlaub vom (Arbeits-)Alltag verstanden hat, kennt den Partyservice von God’s Entertainment noch nicht.
Die junge Wiener Performance-Truppe hat sich in der Sparte «Angewandte Sozialkritik» – mit dem Stilmittel aktiver Publikumsbeteiligung – einen Namen gemacht und zeigt, was man sich konkret darunter vorzustellen hat: In ihrem «Fight Club» ließen God’s Entertainment ihre Performer auf offener Bühne einander verprügeln, das Publikum durfte nach Computerspiel-Vorbild per Joystick die Intensität der Schläge bestimmen und am Ende betreten über seine eigene Gewaltfaszination nachdenken. Später wurde das Konzept als «Love Club» diesmal mit zuschauergesteuertem Strip und Intimitäten recycelt.
Zuletzt lud die Truppe in den Berlin-Mitte-Klub Zurmoebelfabrik zu einer Europa-Fete, gegen die der bürgerliche Nine-to-five-Job fast eine Wellnesskur ist. Kaum dass die Schwelle zum hippen Hinterhofkellergewölbe übertreten ist, stolpert man über einen prominenten Premierengast, der sich wackerr auf einem Hometrainer abstrampelt. Wenn er fünf Minuten durchhalte, grinst Matthias Lilienthal, der Chef des Berliner Theaterkombinats ...
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Nicht alles ist Tanz. Aber überall ist Tanz. Wie beim Siegtreffer der DDR am 22. Juni 1974 gegen die BRD während der Fußball-WM. Der Schütze: Jürgen Sparwasser. Hamburger Volksparkstadion, 21.03 Uhr. 34 Jahre später spielt, tanzt, dribbelt der Schweizer massimo furlan noch einmal diese Partie, 90 Minuten, allein, aber akkurat: jede Bewegung von Jürgen Sparwasser....
Euripides, der alte Grieche, schrieb um 406 vor Christus die «Bakchen» – ein Stück, in dem er ein für alle Mal mit dem Tanzen abrechnete. Die Bakchen sind bei ihm Anhängerinnen des sogenannten Dionysos-Kults. Alle drei Jahre verlassen sie ihr Dorf in Thrakien und gehen in die Wälder, um dort zum Tier zu werden. Sie tanzen sich in Ekstase und glauben an einen Gott...
Pilar López trat im «Kursaal» auf, im «Principal» oder im «Príncipe Alfonso». Allesamt vornehme Lokale, vornehmer zumindest als die verkommenen Cafés Cantantes, die dem Flamenco so lange eine zweifelhafte Bühne geboten hatten. Schlichtes, derbes Kabarett hatte es dort gegeben, aber nun, zu Beginn der 1920er Jahre, zog der Flamenco in ein gediegeneres Ambiente....
