God's entertainment
Wer Feste und anderweitige dionysische Räusche bis dato als eine Art Kurzurlaub vom (Arbeits-)Alltag verstanden hat, kennt den Partyservice von God’s Entertainment noch nicht.
Die junge Wiener Performance-Truppe hat sich in der Sparte «Angewandte Sozialkritik» – mit dem Stilmittel aktiver Publikumsbeteiligung – einen Namen gemacht und zeigt, was man sich konkret darunter vorzustellen hat: In ihrem «Fight Club» ließen God’s Entertainment ihre Performer auf offener Bühne einander verprügeln, das Publikum durfte nach Computerspiel-Vorbild per Joystick die Intensität der Schläge bestimmen und am Ende betreten über seine eigene Gewaltfaszination nachdenken. Später wurde das Konzept als «Love Club» diesmal mit zuschauergesteuertem Strip und Intimitäten recycelt.
Zuletzt lud die Truppe in den Berlin-Mitte-Klub Zurmoebelfabrik zu einer Europa-Fete, gegen die der bürgerliche Nine-to-five-Job fast eine Wellnesskur ist. Kaum dass die Schwelle zum hippen Hinterhofkellergewölbe übertreten ist, stolpert man über einen prominenten Premierengast, der sich wackerr auf einem Hometrainer abstrampelt. Wenn er fünf Minuten durchhalte, grinst Matthias Lilienthal, der Chef des Berliner Theaterkombinats ...
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