Ein Kampf ist entbrannt

Tanz - Logo

Ein Kampf ist entbrannt zwischen Publikum und Kritikern. Tanzwellen schlagen hoch, wenn sich in Zürich zum «Modernen Ball» Hundertschaften aus dem Sessel erheben und selber das Tanzbein schwingen. Oder gestandene Männer in Bautzen die Daumen in ihre Gürtel zwängen, um sich in ein sogenanntes «Line Dancing» zu fügen. Oder in Hamburg auf Kampnagel sich am Freitagabend weit mehr Menschen zur Tanzparty treffen, als nur wenige Stunden zuvor beim Betrachten einer Tanzperformance.



Kritiker, gewohnt auch im Dunkeln noch kritische Notizen anzufertigen, legen höchsten Wert darauf, ungestört sitzen zu dürfen. Sie sind notgedrungen wenig erbaut, wenn um sie herum alles, was Beine hat, bereit ist, diese zu schwingen. In solcher Haltung ist ein Notizblock nicht nur schwer zu bedienen, er entlarvt auch die eigene Haltung: Als Kritiker wie ein Polizist in der Menge der Mittanzenden zu wirken. Wie sieht das auch aus?

In diesem Heft gehen wir dem Phänomen nach, warum sich zunehmend mehr Menschen für das Tanzen begeistern, was sie keinesfalls gleich zu Tanz-Bewunderern formt, wie es auch für den Kindertanz an unseren Grundschulen angenommen wurde. Nicht nur Kinder, ebenso Erwachsene entdecken, dass sie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2008
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

Vergriffen
Weitere Beiträge
Toshiki Okada: «Free Time»

Upcoming Japanese theatre director Toshiki Okada explores inventive methods of contemporary acting, focusing especially on the dissimilarity of physical movement from text. Since establishing his own company, chelfitsch, (from a child’s pronunciation of “selfish”) in 1997, he has questioned the predominant acting style of conventional theatre’s Stanislavski-method...

Die Premieren

Daniela Kurz lässt sich auf keinen Kompromiss ein. Am Ende ihrer zehnten Spielzeit am Staatstheater Nürnberg macht sie Schluss mit dem Tanztheater – am 17. Mai unter dem Titel «Nächster Halt: Freiheit», eine Recherche, die sich mit der politischen Dimension der Kunst auseinandersetzt. Schon im Vorfeld waren die Bürger der Stadt gefragt. Während des Arbeitsprozesses...

Système castafiore

Philosophie macht Spaß, Tanztheater auch. Das ist das Motto von Marcia Barcellos und Karl Biscuit, den Gründern von Système Castafiore. Die beiden sind angetreten, um mit den Waffen der Kunst der entzauberten Welt wieder etwas Poesie einzuhauchen.

No more heroes? Das gibt es nur noch in der braven guten Kinderstube, die sich vor falschen Vorbildern schützen soll,...