glückliche liebschaft
Jörg Mannes, Sie haben an Ihrer gegenwärtigen Wirkungsstätte, der Hannoveraner Staatsoper, zum vierten Mal in Ihrer Laufbahn ein Ballett «Gefährliche Liebschaften» herausgebracht. Inwiefern unterscheidet sich diese neue Produktion von den vorangegangenen?
Der Stoff lässt mich einfach nicht los. Die Urfassung entstand 2002 in Bremerhaven mit neun Tänzern. Dieses Ballett habe ich 2004 für die Kompanie des Badischen Staatstheaters Karlsruhe erweitert und dabei ein paar Szenen umgestellt.
Am Landestheater Linz, ebenfalls 2004, war es recht ähnlich wie in Bremerhaven, wenngleich auch mit veränderter Szenenfolge. Bisher gab es also jeweils kleinere choreografische Veränderungen, aber diesmal ist ein komplett neues Ballett entstanden.
Die «Gefährlichen Liebschaften» basieren auf dem gleichnamigen Briefroman von Pierre Ambroise François Choderlos de Laclos, einem französischen Schriftsteller des 18. Jahrhunderts. Der Stoff wurde verfilmt, diente als Vorlage für das Theaterstück «Quartett» von Heiner Müller. Was fasziniert Sie daran?
Die Geschichte hat etwas Universelles. Aufmerksam geworden auf den Stoff war ich durch die beiden Verfilmungen von Stephen Frears (1988) und Milos Forman ...
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