Glasgow: Colette Sadler «Learning from the Future» on tour
Es ist nur der eine simple Satz. «I was a body» steht auf der aufrecht stehenden weißen Kiste. Neben den Satz tritt ein Mensch. Der Satz sagt: Dies ist ein Körper aus der Zukunft, dies ist ein Tanz aus der Zukunft, dies ist die Tänzerin Leah Marojevic aus Großbritannien, die sich in Australien die Meisterschaft erwarb, ihren Tanz nicht länger mit ihrer Person zu verwechseln. Leah Marojevic tanzt, als gäbe es keine Selbstwahrnehmung.
Sie tanzt eine Maschine im sehr heutigen Sinn: Sie funktioniert, sie ist unermüdlich, sie sieht von sich selber ab, sie erfüllt ihre Aufgabe, sie lernt selbstständig, sie stellt sich nicht infrage, sie performt, sie ist nackt. Sie trägt einen hautengen Anzug, sie öffnet den Mund, sie dreht eine Pirouette, sie schwankt. Danach schwappt eine Welle durch ihre Wirbelsäule.
Sie zeigt das Post-Humane, keine Frage, einen Apparat ohne Subjektivität, der auf die äußere Wirklichkeit so perfekt reagiert, wie er darauf programmiert worden ist. Die Tänzerin ist das Produkt einer Gleichgewichtsleistung, die zur klopfenden, energischen Elektromusik von Brendan Dougherty mühelos kopfüber und einbeinig auf Spitze geht. Oder aus dem Liegen sich in den Spagat dreht. Oder ...
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