Giuseppe Spota, Jasmin Vardimon «Don Q»
Er liebt die große Show. Don Quijote genauso wie sein Choreograf: Giuseppe Spota versetzt den Ritterroman-Fantasten aus dem Spanien des frühen 17. Jahrhunderts als ruhmsüchtigen Sänger Don auf die Musikbühne («Ich brauche Kameras!»). Und der Leiter der Gelsenkirchener MiR Dance Company spart dabei nicht an Spotlight und Trommelwirbeln. Womit weniger die Sounds von Schlagzeuger Robert Jambor gemeint sind, der neben der Neuen Philharmonie Westfalen live spielt, sondern vielmehr das komplette Bühnengeschehen.
Mit «Rehab» von Amy Winehouse eröffnet Don (Sebastian Schiller, Sänger und Ensemblemitglied beim Musiktheater im Revier) das Spektakel als Elvis-Verschnitt mit Fransenhemd. Das Ensemble derweil ist degradiert zu Background-Tänzer*innen im Blaumann, die dem Star das Mikro hinhalten, Pferdetraben imitieren oder mit Drumsticks gegen das große Gerüst auf der Drehbühne hämmern. «Wir brauchen mehr Rhythmus, mehr Energie!», fordert Don immer wieder und wirbelt seinen kleinen, kraftvollen Kompagnon Sancho (Urvil Shah) im Duett um sich herum. Und im Kampf gegen Windmühlen tanzt das Ensemble auf Drehhockern, lässt Arme und Beine als Körperwindräder kreisen. Ein Abend zwischen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2023
Rubrik: Kalender, Seite 42
von Sarah Heppekausen
Silvana Schröder, seit 2011 Direktorin und Chefchoreografin des Thüringer Sttaatsballetts, scheidet zum Saisonende aus dem Amt. Schröder hat die Kompanie überregional etabliert und interessante Kreationen herausgebracht. Beerben wird sie Ballettmeister Vitalij Petrov, der mehr klassisches Repertoire präsentieren soll.
Ernennungen in Serie: Raimondo Rebeck wird...
Der Tanz in Berlin boomt. Nur dass dieser Boom sich nicht in entsprechender Wertschätzung durch die Politik abbildet. Ein Beispiel: Zwischen 2015 und 2017 wurden Tanz-Künstler*innen und -Institutionen vom Land Berlin mit jährlich 15,3 Millionen Euro gefördert, wovon knapp die Hälfte alleine an das Staatsballett ging. Und: Berlin hat ein Platzproblem, es gibt kaum...
Maria – genannt Masha – Beck ist seit einem Jahr Principal beim Ungarischen Staatsballett, die einzige Amerikanerin und damit die absolute Ausnahme. Davor war sie in gleicher Position schon am Moskauer Stanislawski- und Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheater tätig – bereits unter Igor Zelensky, bevor er das Bayerische Staatsballett übernahm, dann unter seinem...
