Giuseppe Spota, Jasmin Vardimon «Don Q»
Er liebt die große Show. Don Quijote genauso wie sein Choreograf: Giuseppe Spota versetzt den Ritterroman-Fantasten aus dem Spanien des frühen 17. Jahrhunderts als ruhmsüchtigen Sänger Don auf die Musikbühne («Ich brauche Kameras!»). Und der Leiter der Gelsenkirchener MiR Dance Company spart dabei nicht an Spotlight und Trommelwirbeln. Womit weniger die Sounds von Schlagzeuger Robert Jambor gemeint sind, der neben der Neuen Philharmonie Westfalen live spielt, sondern vielmehr das komplette Bühnengeschehen.
Mit «Rehab» von Amy Winehouse eröffnet Don (Sebastian Schiller, Sänger und Ensemblemitglied beim Musiktheater im Revier) das Spektakel als Elvis-Verschnitt mit Fransenhemd. Das Ensemble derweil ist degradiert zu Background-Tänzer*innen im Blaumann, die dem Star das Mikro hinhalten, Pferdetraben imitieren oder mit Drumsticks gegen das große Gerüst auf der Drehbühne hämmern. «Wir brauchen mehr Rhythmus, mehr Energie!», fordert Don immer wieder und wirbelt seinen kleinen, kraftvollen Kompagnon Sancho (Urvil Shah) im Duett um sich herum. Und im Kampf gegen Windmühlen tanzt das Ensemble auf Drehhockern, lässt Arme und Beine als Körperwindräder kreisen. Ein Abend zwischen ...
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Tanz Dezember 2023
Rubrik: Kalender, Seite 42
von Sarah Heppekausen
FILME ZUM FEST
Von historischer Klassik bis Neukreation – saisongemäß lässt sich ein weihnachtskugelbuntes Tanzprogramm bestaunen. Manches findet sich nur im Netz, anderes auch im TV. Es beginnt am 16. Dezember mit einem «Schwanensee» vom Feinsten: Rudolf Nurejew und Margot Fonteyn tanzen, dem legendären Ballerino ist zudem auch eine Doku gewidmet. Tags darauf...
CD des Monats
RALPH VAUGHAN WILLIAMS
«The Lark Ascending» zählt zu seinen bekanntesten Werken, und auch in der siebten Szene seiner «Masque of Dancing» erhebt sich der Geigenton wie eine Lerche in höchste, um nicht zu sagen: himmlische Höhen. «Job» heißt das Stück, dessen Bühnenrealisation sich Ralph Vaughan Williams eigentlich von den Ballets Russes erhofft hatte....
Ein Rave. Eine Blockparty, Streetdance. Zum Abschluss des «Internationalen Sommerfestivals» verwandelt sich das Hamburger Kulturzentrum Kampnagel in eine urbane Feierzone: Tänzer*innen jagen in Baggy Pants, Sneakern, Hoodies über die fast in völliger Dunkelheit gehaltene, nur von ein paar stylishen Neonkreisen erhellte Bühne. Und von einer DJ-Kanzel herab lässt...
