Gintersdorfer / Klassen

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Fast wäre Monika Gintersdorfer eine ganz normale Regisseurin am Stadttheater geworden. Lauter deutsche Erstaufführungen, routinierte Textbehandlung, eloquente Übersetzungen junger Autoren. So ging es von der Studiobühne zu den Salzburger Festspielen. Dort hat man ihr auf die Finger gehauen. Zum Glück. In einer Aktion namens «Ausziehen» zerschmetterte sie darauf in Hamburg eine Wohnung, lernte einen Bildenden Künstler, Kurt Klaßen, kennen, verliebte sich an die Elfenbeinküste, lernte die dortigen Tänzer schätzen. Seitdem ist nichts mehr normal.

Seitdem ist sie Übersetzerin, von Theater in Tanz, von Afrika in Europa, von Wahrheit in Wirklichkeit. Übersetzerin zu sein, heißt nicht, eine afrikanische Kultur zu erklären, die mit dem Körper spricht, die mit dem Tanz redet, uns also fremd sein soll. Sie macht Schluss damit, die Stärke des (afrikanischen) Tänzers als seine Schwäche, Chaotik und Unverständlichkeit kleinzumachen. Es gibt, in ihrer Serie «Logobi», eine angstlose Konfrontation des ivorischen Tänzers Gotta Dépri mit je einem deutschen Übersetzer: mal Gudrun Lange, mal Hauke Heumann, mal Laurent Chétouane, mal Cornelia Dörr, mal Jochen Roller. Übersetzen heißt: sich einem ...

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Tanz Jahrbuch 2009
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 134
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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