Gintersdorfer / Klassen

Tanz - Logo

Fast wäre Monika Gintersdorfer eine ganz normale Regisseurin am Stadttheater geworden. Lauter deutsche Erstaufführungen, routinierte Textbehandlung, eloquente Übersetzungen junger Autoren. So ging es von der Studiobühne zu den Salzburger Festspielen. Dort hat man ihr auf die Finger gehauen. Zum Glück. In einer Aktion namens «Ausziehen» zerschmetterte sie darauf in Hamburg eine Wohnung, lernte einen Bildenden Künstler, Kurt Klaßen, kennen, verliebte sich an die Elfenbeinküste, lernte die dortigen Tänzer schätzen. Seitdem ist nichts mehr normal.

Seitdem ist sie Übersetzerin, von Theater in Tanz, von Afrika in Europa, von Wahrheit in Wirklichkeit. Übersetzerin zu sein, heißt nicht, eine afrikanische Kultur zu erklären, die mit dem Körper spricht, die mit dem Tanz redet, uns also fremd sein soll. Sie macht Schluss damit, die Stärke des (afrikanischen) Tänzers als seine Schwäche, Chaotik und Unverständlichkeit kleinzumachen. Es gibt, in ihrer Serie «Logobi», eine angstlose Konfrontation des ivorischen Tänzers Gotta Dépri mit je einem deutschen Übersetzer: mal Gudrun Lange, mal Hauke Heumann, mal Laurent Chétouane, mal Cornelia Dörr, mal Jochen Roller. Übersetzen heißt: sich einem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2009
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 134
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Mariana Zanotto

Noch ist sie Gruppentänzerin im Hamburg Ballett. Im verflixten siebten Jahr startete die bühnenpräsente 27-jährige Brasilianerin durch. Sie profilierte sich in mehreren Solopartien, weckte bereits in der ersten Spielzeit-Premiere als Mädchen in John Neumeiers Choreografie von Maurice Ravels «Daphnis und Chloë» Aufmerksamkeit und Neugier. Mariana Zanotto gab der...

The Winners are...

  

 


Tänzerin des Jahres

 Lisa-Maree Cullum


(Foto: Wilfried Hösl)

"Man fragt sich oft, warum tue ich mir das an?" hat Lisa-Maree Cullum mal in einem Interview gesagt. Zum Glück hat sich die gebürtige Neuseeländerin, die seit 1998 im Bayerischen Staatsballett tanzt, bislang nicht von...

Marco Goecke

Schwarzsehen gilt nicht. Schon gar nicht für die Zukunft. Ein halbes Dutzend Stücke hat Marco Goecke in den vergangenen Monaten choreografiert, darunter immerhin Auftragsproduktionen für Les Ballets de Monte Carlo, das Nederlands Dans Theater II, Scapino Ballet Rotterdam, das Nors-ke Nasjonalballetten und für das Stuttgarter Ballett, bei dem er weiterhin unter...