Der Dutt
wird zuweilen auch Balanchine-Dutt genannt. Praktisch ist er, weil die langen Haare überaus ordentlich zusammengebunden und einwärts gesteckt beim Tanzen nicht stören. Aber ist der Dutt nicht etwas ganz besonders Altmodisches? Ihr Faible für etwas so Praktisches haben Ballerinen gegen jede Mode verteidigt und tragen den Dutt manchmal auch so stolz wie eine Krone.
Dieser Dutt, tatsächlich, ist ein echter Klassiker.
Die römischen Bürgerinnen schmückten sich mit ihm, wie man unschwer an ihren Skulpturen beweisen kann – er war auch Ausdruck dafür, unter der Haube zu sein, also als eine Dame von ehrenwertem, eben gehobenem Stand zu gelten, was dem Ruf er Tänzerinnen lange Zeit gar nicht entsprach.
Das offen getragene Haar, wie im Flamenco oder bei Pina Bausch, wirkt anrüchig oder wenigstens – in den meisten Kulturen – als Zeichen dafür, unverheiratet zu sein. So ist der Dutt im klassischen Ballett auch ein Zeugnis dessen, nichts mit dem Begehren der netten Herren auf Balkonien links und rechts der alten Theaterbühnen zu schaffen zu haben. Man sei schon vergeben, bedeutet der Dutt, ans Ballett, an Mr. B., an die keusche Strenge der eigenen Kunst.
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