gilles jobin

Der Choreograf hat im Genfer Labor für Teilchenphysik CERN viel gelernt. Jetzt bestimmen Quarks und Quanten das Werk des Westschweizers

 Sein neuestes Stück nennt sich so, wie das, was Gilles Jobin umtreibt: «Força Forte» – starke Kraft. «Strong force oder die starke Wechselwirkung ist eine der vier Grundkräfte der Natur, es ist eine kontraintuitive Kraft», erklärt der Westschweizer Choreograf. «Ähnlich wie die Schwerkraft – je näher man der Masse kommt, desto größer ist die Anziehungskraft. Die starke Wechselwirkung ist für den Zusammenhalt der Quarks verantwortlich und somit aller Materie des Universums.

» Und das Kontraintuitive daran: Die Anziehungskraft bleibt bei steigender Entfernung konstant, wirkt sogar stärker, je mehr sich die sogenannten Elementarteilchen entfernen – ähnlich wie ein Gummiseil, das gespannt wird. Aber ob das die Tanzkritikerin richtig verstanden hat?

Wer mit Gilles Jobin reden will, muss geistig gut gerüstet sein. Das war schon immer so. Der Träger des «Schweizer Grand Prix Tanz 2015» gehört zu jenen Choreografen, die den intellektuellen Disput lieben und die geistige Schärfe, wo nötig, auch mal auf der Zunge tragen. Doch seit einiger Zeit ist auch, sagen wir mal, fachfremdes Wissen gefragt. Gilles Jobin ist nämlich bei den Physikern gewesen. 2012 wurde er mit dem ersten «Prix ...

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Tanz April 2016
Rubrik: Menschen, Seite 22
von Lilo Weber

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