Gießen: Tarek Assam «Metropolis – Futur Drei»

«Metropolis», der superteure Stummfilm von Fritz Lang, war bei der Premiere 1927 ein Flop, vom kruden Drehbuch distanzierte sich Lang später. Aber die Architektur einer künftigen Stadt mit Oben und Unten, bevölkert von synchron trottenden Arbeitermassen und Freizeitjünglingen mit Stefan-George-Frisuren, durchzogen von Straßenschluchten mit dicht fließendem und fliegendem Verkehr, prägte Vorstellungen von Zukunft. Tanz kommt in Langs Film auch vor.

Dem metallenen Menschen wird per Elektrik das Leben der im Labor fixierten, herzensguten Maria übertragen; seine Funktion als «das vollkommenste Werkzeug» soll sich im Club beweisen, wo die «Hure Babylon» tanzend die Herrenhorde kirre macht. 

Die verschobenen Hüften, ägyptisch gewinkelten Ellbogen und gehobenen Knie der glänzenden Verführerin füttert Tarek Assam in seine Choreografie von «Metropolis – Futur drei» ein. Seit 2002 ist er Ballettdirektor am Stadttheater Gießen, ein ideenreicher Programme-Erfinder. Der erste Akt von dreien (deshalb der Titel) zitiert den Film, doch können 13 Tänzer keine Masse machen. Mal tragen sie graue Overalls; mal tritt ein Männerpaar in Verklammerungen (laut Film: Vater und Sohn) auf; dann mehrere ...

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Tanz März 2019
Rubrik: Kritik, Seite 36
von Melanie Suchy