Gestörte Schönheit
Leipzig. Das Kellertheater in den Katakomben des riesigen Opernhauses. Zu DDR-Zeiten war es der Partykeller der Künstler, sagt Friedrich U. Minkus, Impresario der Choreografin Heike Hennig. Zusammen mit dem Dramaturgen Jochen Kiefer gehören die drei derzeit zu den erfolgreichsten Tanzunternehmern in Sachsen. Hennig wurde überregional bekannt, als sie ehemaligen Tänzern des Leipziger Balletts in betagtem Alter zu einem Comeback verhalf. Daraus entstand die nun auch auf DVD erhältliche Dokumentation «Tanz mit der Zeit» von Trevor Peters.
Seit 2008 arbeiten sie an einem Genre, das sie «Tanzoper» nennen. Dafür schlossen sie eine Kooperation mit der Berliner Lautten Compagney, einem Ensemble für Alte Musik, mit dem sie nun ihre Händel-Tanzoper «Rituale» herausbrachten.
Heike Hennig, erst wollte der Tanz bloß weg von der Oper, die Sparte wurde fast fluchtartig verlassen. Jetzt sucht der Tanz die Oper wieder. Warum?
Wir haben gerade zum zweiten Mal Händel getanzt, letztes Jahr Fragmente zu seiner «Alcina»-Oper, jetzt in «Rituale» eine Auswahl seiner Arien benutzt. Für mich ist Händel emotional, und ich arbeite emotional. Wenn man als Choreografin sich die verschiedenen Körperlichkeiten von ...
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Tanz weder als expressiver Ausdruck von Emotionen noch als dramatisches Mittel zum Erzählen von Geschichten, Stimmungen oder Atmosphären, nur die Bewegung an und für sich, sie allein steht im Zentrum des Interesses des am 16. April 90 Jahre alt werdenden Merce Cunningham. Seine Tanztechnik sucht den Tanz um des Tanzens willen («dance for dance’s sake»). Bewegung in...
Lübeck rettete 1995 das Stadttheater, indem es den Tanz abwickelte. Nun macht ihm die zwangsfreie Tanzszene ein Angebot: «kostenneutral für das Theater» ein Ballett- und Tanztheater zu installieren – klar, ohne das Theater zu belasten. Dafür ist, üblich in norddeutschen Bürgerschaften, eine eigene bauliche Sichtbarkeit nötig. Ab dem 25. April gibt es ein Lübecker...
Auf den Gletscher
geht’s alle Jahre wieder am 24. April. Dann bringt Hubert Lepka mit seiner Kompanie Lawine Torrèn elefantöse Pistenbullys und Hubschrauber ins österreichische Sölden, damit Hannibal es noch einmal wagen darf, die Ötztaler Alpen am Rettenbachgletscher mit 60 000 Mann zu überqueren. Das Spektakel für über tausend Zuschauer in der Kälte ist...
