Was ist Cunningham-Technik?
Tanz weder als expressiver Ausdruck von Emotionen noch als dramatisches Mittel zum Erzählen von Geschichten, Stimmungen oder Atmosphären, nur die Bewegung an und für sich, sie allein steht im Zentrum des Interesses des am 16. April 90 Jahre alt werdenden Merce Cunningham. Seine Tanztechnik sucht den Tanz um des Tanzens willen («dance for dance’s sake»).
Bewegung in Zeit und Raum allein durch die Materialität des Tanzes zu gestalten – das ist für den langjährigen Solisten der Martha Graham Dance Company seit den 1950er Jahren, seit seiner Zeit mit seinem Lebens- und Arbeitspartner John Cage, der Sinn des Tanzes. Cunningham geht es dabei um die gesamte Bandbreite der Kinetik. Die von ihm entwickelte Technik zielt darauf ab, dem Tänzerkörper auch das Ausführen «unbekannter» Bewegungen zu ermöglichen. Neben dem Aufbau von Kraft und extremer Beinbeweglichkeit steht die Mobilität des Oberkörpers im Mittelpunkt des Trainings. Dem klassischen Ballett ähnlich, entwickelt Cunningham serielle Übungen, in denen pliés, tendues, raumgreifende Sequenzen und Kombinationen aus Adagios, Drehungen und Sprüngen aufeinander aufbauen. Das Training soll die Tänzerkörper befähigen, präzis, feinstimmig und ...
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