Das ist typisch
Lübeck rettete 1995 das Stadttheater, indem es den Tanz abwickelte. Nun macht ihm die zwangsfreie Tanzszene ein Angebot: «kostenneutral für das Theater» ein Ballett- und Tanztheater zu installieren – klar, ohne das Theater zu belasten. Dafür ist, üblich in norddeutschen Bürgerschaften, eine eigene bauliche Sichtbarkeit nötig. Ab dem 25. April gibt es ein Lübecker Tanzhaus in der Fackenburger Allee 80, das 700 qm in ein Tanzforum und eine Tanzfabrik teilt –, deren jeweilige Aufgabenspreu und -weizen hier auszumalen zu weit führt.
Für die Ballettfreude steht das Ehepaar Johannes und Carolin Maylin-Kritzinger (Foto) bereit. Dazu gibt’s Tango, Jugendarbeit, Tanztheater, Tanz mit geistig, körperlich und altersbedingt behinderten Menschen, es gibt Ansprechpartner für die Musikhochschule und fürs Stadttheater, ein Kompe-Tanzzentrum von Bürgern für Bürger. Die Lübecker Tanztheatertage sollen folgen, und überhaupt gibt es «großartige Unterstützung» für eine Kunstform, die sich um alles kümmern muss: die verfehlte Sozialpolitik und die vermaledeite Theaterpolitik. Die Basis wird’s schon kurieren.
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