Germaine Acogny: "Waxtaan"

Frankreich

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Germaine Acogny muss man unbedingt mal fragen: Warum kleiden sich afrikanische Kompanien umso westlich-büromenschenhafter, je näher sie ihren Wurzeln kommen? «Ganz einfach», würde sie antworten, «wir müssen zurückblicken, um besser voranzukommen. Befreien wir die Tänze von ihrem Folklore-Image!» Nur Mut, die direkte Verwandtschaft des amerikanischen Krumping in "Waxtaan" ist so frappierend, dass Afrika dieses Ziel bald erreicht haben sollte. «Waxtaan» bedeutet «Diskussion».

Die acht Politiker oder Manager, die sich zeitweise ihrer Jacketts und Schlipse entledigen, laufen und tanzen um einen «grünen Tisch», der weniger an Kurt Jooss erinnert als an Susanne Linkes «Le coq est mort». Die eleganten Anzüge sind Sinnbild der Behandlung des Kontinents durch Kolonialeuropa. Das Ursprüngliche, das sich humorvoll Bahn bricht, quillt den barfüßigen Technokraten direkt aus dem Unterhemd. Die Accessoires für Stammestänze schmuggeln sie im Aktenkoffer ein. Germaine Acogny, die zum ers-ten Mal mit ihrem Sohn Patrick gemeinsam kreiert, fehlt es nicht an Selbstironie bezüglich des tänzerischen Erbes. Nach Slapstick zu Beginn verdichten sich die Energien. Es folgen einige Runden Leerlauf samt ...

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Tanz März 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 45
von Thomas Hahn

Vergriffen
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