Gerda König: «Patterns Beyond Traces»
Gerda Königs Stücke spielen mit der Fähigkeit, der «Ability» – in dem sie mit disabled dancers arbeitet, ein Wort, das wohl kaum mit unfähig zu übersetzen ist. Dabei wirkt ihr Tanztheater oft etwas naiv zusammengehäkelt, wie bei anderen auch. Die Kölnerin hat auch Sinn für Pathos, aber bei ihr wirkt es schwerer. Das liegt am Betrachter, der einem behinderten Körper unwillkürlich das Signal «Problem» aufklebt.
Diesmal wird er ganz nah an die Bühne herangeholt, gleich zu Beginn drehen die «Patterns Beyond Traces» sentimentale Musik auf und sparen nicht mit magentaroten Lichtergüssen, aber nach kurzem Schaudern steigt man ein.
Reduktion ist hier Prinzip. Eine wulstige Spirallinie auf der Bühne verbindet ein Außen mit einem Innen. So wie sich das Muster aus Tüchern verändert – zum Kreis ausgelegt, als Einzelteile an die Tänzerglieder gebunden oder in Schüsseln gelegt –, verändern sich der Raum, die Körper, das Miteinander, ganz unspektakulär. Langsam tritt ein Mann nach dem anderen auf, die Arme beschreiben Bögen, Hände schieben Beine vorwärts. Wiederholte Bewegungen machen die Tänzer in ihrer goldseidenen Kleidung einander ähnlich, nie gleich. Ihre Entspanntheit entwaffnet.
Mal stehen ...
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