Georgette Tsinguirides über «Cranko Moves»
Georgette Tsinguirides,
im Oktober und November zeigt das Stuttgarter Ballett zwei Programme mit Cranko-Choreografien, die seit Ewigkeiten nicht mehr zu sehen waren. Dass sie überhaupt aufgeführt werden können, ist in erster Linie Ihnen zu verdanken: Als Choreologin haben Sie seine Stücke einst aufgezeichnet. Nachdem ich 1966 von meiner Ausbildung in London nach Stuttgart zurückgekehrt bin, habe ich versucht, alle Ballette in Benesh-Notation zu erfassen, die seit 1961 und 1976 entstanden sind. Natürlich hatten die aktuellen Einstudierungen immer Vorrang.
Deswegen hinkte ich noch jahrelang mit den Ausschreibungen früherer Stücke nach. «L’Estro Armonico» etwa notierte ich ganze Nächte hindurch, und bei «Jeu de cartes» ließ ich mir von Egon Madsen und anderen alle Schritte zeigen, bevor ich mir in Kleinstarbeit die Auszüge zusammengebastelt habe.
Doch wie gehen Sie bei Ihrer Einstudierung vor? Zeigen Sie auch Videos? Im Falle von «Présence» und «Jeu de cartes» stehen immerhin Fernsehproduktionen zur Verfügung. Zunächst versuche ich, die Charaktere herauszufinden, die Crankos Intentionen am nächsten kommen. Anschließend erkläre ich die Situation, in der wir uns im Stück ...
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