AIDS
Es ist ruhig geworden in Westeuropa um der Künstler größten Feind aus den 1980ern. Aids. Eine Debatte um das Virus und seine Folgen findet kaum noch statt. Die Stille deutet darauf hin, dass sich grundsätzlich in unserem Verhältnis zur Immunschwäche wenig verändert hat. Das Schweigen im Wald mag mit dem kommerziellen Umgang mit Sexualität zu tun haben. Vor vierzig Jahren wurde sie entdeckt als Weg zur Selbstverwirklichung. Inzwischen findet sie hauptsächlich als Instrument der Selbstdarstellung Verwendung. Aus scheinbarer Offenheit wurde kommerzielle Oberfläche.
Im Zug dieser gescheiterten Befreiung wurde die Chance zur Auseinandersetzung mit Aids verpasst. Das hat eine innere Logik, denn gerade Aids führte zur erneuten Verdrängung des Intimen, das sich gerade anschickte, das Schattenreich des Verdrängten zu verlassen. So mag es sich bei der Verdinglichung der Intimität um eine Auswirkung auch von Aids handeln.
Im Verwirrspiel zwischen Ursache und Wirkung scheint es zu früh zu sein, das Syndrom selbst aufzuarbeiten. Dessen Auswirkungen auf die Kunst aber werden analysierbar. Die Rauchwolken haben sich verzogen, und es wird klar, dass explizite Aids-Kunst ein vorübergehendes ...
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A young Israeli living in London, Hofesh Shechter is cutting a swathe with his fresh-off-the-streets dance. In the first piece of tonight’s double bill, “Uprising,” a gang of young men in skater looks emerge striding from the darkness of the back of the stage – and proceed to hang out together, bounce off each other, interact. They shake and shimmy in pop video...
befinden sich die besten Plätze. Seit Jahr und Tag gilt das für die Rockmusik, für das Freilufttheater, für den Tanz. Bei ihm hat die Frischluft schon aus Tradition einen rebellischen Aspekt. Die legendäre New Yorker Judson Church kletterte die Hauswände hoch. Zuletzt ließ die Berliner Choreografin Be Van Vark in «Urban Delights» alles – vom Alex bis zum...
Was nervt am zeitgenössischen Tanz am meisten? Sein manchmal volkshochschulhafter Kunsteifer, gepaart mit kaum verhohlener Selbstzufriedenheit. Einer Durchschnittsignorantin gibt das zweierlei Gefühle: Tanz verstehen zu wollen, ist hoffnungslos, und Künstler sind sowieso nicht von dieser Welt. Es gibt Ausnahmen. Die Endvierzigerin Àngels Margarit hat es weiß Gott...
