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Wie wir eine Performance erleben, hängt auch vom äußeren Kontext ab. So kann ein und dieselbe Vorstellung ganz anders wahrgenommen werden je nachdem, ob wir zuvor unter Kristalllüstern über einen roten Plüschteppich zu unseren gepolsterten Sitzen gewandelt sind oder das Bühnengeschehen in der kargen Ästhetik einer stillgelegten Fabrikhalle von einer harten Bank aus betrachten.
Thomas Hauerts Performance «(sweet) (bitter)» hat sich unlängst in Dublin in unterschiedlichen Aufführungssituationen behauptet, auf der Straße ebenso wie in Theaterhäusern.
Es hat sich gezeigt, dass Hauerts Stück unter freiem Himmel keineswegs den Charakter einer «Light»-Version annimmt, sondern den Kern seiner künstlerischen Botschaft äußerst wirkungsvoll zum Ausdruck bringt. Einen Kontext ganz anderer Art stiftete in Dublin außerdem der 150. Geburtstag des Dichters und Dramatikers William Butler Yeats, dem die irische Hauptstadt allerlei Veranstaltungen widmete und dessen Gedanken ihren Ursprung nicht selten im Körperlichen haben: Der Dichter spricht von einem umfassenderen Wissen, das tief im Knochenmark verankert ist. Auch Thomas Hauert erkundet mit seiner Choreografie die Fähigkeit des Körpers ...
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Tanz November 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 50
von Michael Saever
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Griechische Götter brauchen Waffen. Einen Dreizack, eine Leier, einen Blitz. So stellen sie die bekannten Naturgewalten dar, als Götter der Stürme, der Künste und des Schicksals aber wer kommt schon darauf, eine Balletttänzerin als Naturgewalt zu betrachten? Zeus trägt hinterrücks eine Pistole, Apollo einen Degen, Poseidon einen Dolch. Diese Götter sind...
