straßburg
Rheinabwärts nähert sich Stephan Thoss seinem nächsten Direktorenposten, den er 2016 in Mannheim antritt. Nach einer Uraufführung in Basel studierte er zwei seiner Werke beim Ballet du Rhin ein, wo Tanzdirektor Ivan Cavallari in den zwei Jahren seines Wirkens die eher an Paris orientierte, akademisch-einheitliche Kompanie seines Vorgängers Bertrand d’At in eine starke, selbstbewusste Gruppe prägnanter Persönlichkeiten verwandelt hat.
«La Chambre noire» stammt von Thoss‘ letzter Station in Wiesbaden und dringt in die «schwarze Kammer» im Innersten unseres Kopfes vor.
Aus einem stark bevölkerten, niedrigen Raum verschwinden all die herumirrenden Individuen, die wirren Gedanken oder losen Atome, unmerklich durch die Wand, sie osmotisieren sozusagen nur einer bleibt in der schlammfarbenen Knitterstruktur hängen, schafft es einfach nicht hinaus aus dem unscharf umgrenzten schwarzen Loch. Zarte Klavierlinien verlieren sich im Knirschen des Weltengebälks, ein dumpf hallender Rhythmus setzt das autistische In-sich-hinein-Lauschen mit dem Pulsieren der Galaxien gleich, das Stück spiegelt den Innenraum im Außenraum. Weit hinaus werfen die acht Tänzer ihre Arme und Beine, fast jede Bewegung ...
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Tanz November 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Angela Reinhardt
leipzig
euro-scene
Vor 25 Jahren hob Ann-Elisabeth Wolff das Festival «euro-scene
Leipzig» mit aus der Taufe, seit 1994 leitet sie es. Nie dachte sie daran, das Neueste auf den Markt zu werfen. Lieber wählt sie das Beste, das Vermittelbare, und hält ihre Augen nach Osten auf. Wenn zum Jubiläum das polnische Ensemble Scena Plastyczna KUL wieder deutschen Boden...
Ein Rechtsstreit um die Nachfolge auf dem Chefsessel, Schulden und zuletzt heftige Wasserschäden infolge des Hurrikans «Sandy» an eingelagerten Ausstattungen die Martha Graham Dance Company hat schwere Zeiten hinter sich. Aber die seit 2005 amtierende Künstlerische Direktorin Janet Eilber setzt alles daran, die Kompanie im 21. Jahrhundert ankommen zu lassen. Sie...
Bei der Uraufführung, die das HR-Fernsehen im Frankfurter Theater am Turm für die Ewigkeit mitschnitt, holten die vier Schauspieler am Ende den Autor auf die Bühne. Der dünne Typ mit halblangen Haaren und Sonnenbrille setzte sich auf die Bühnenkante und hob die Arme wie ein Chordirigent. Lauter! Alle miteinander! Das Publikum applaudierte und buhte, strömte eilig...
