Gelsenkirchen: Giuseppe Spota «Momo»
Das «so vergnügte Fest, wie nur arme Leute es zu feiern verstehen» aus Michael Endes «Momo» beginnt im Musiktheater im Revier (MiR) scheinbar bereits vor Einlass. Von Body Percussions und Gejubel wird man im Kleinen Haus willkommen geheißen. Sogleich taucht man ein in Momos Welt, deren Figur in Giuseppe Spotas Inszenierung keine feste Verkörperung hat. «Jeder kann Momo sein», sagt der Choreograf und neue Leiter der Tanzsparte des MiR in einer kleinen Einführung vor Spielbeginn.
Momo, im Stück symbolisiert durch einen gelben Anorak, steht für die Entscheidung gegen eine Lebensweise, in der Reichtum die oberste Priorität ist.
Die Geschichte, auf der Spotas Tanzabend basiert, erschien 1973 als Kinder- und Jugendbuch – und ist doch weit mehr als das. Auch Spota sieht die Aktualität der Thematik, gerade für die Welt der Erwachsenen. Mit der Geschichte des kleinen Mädchens, das die Menschen vor der Freudlosigkeit eines kapitalorientierten Lebens retten will, gibt er seinen Einstand als Direktor der MiR Dance Company Gelsenkirchen.
Gartenstühle aus Plastik bestimmen die Optik. Zu Türmen gestapelt, als Bögen ineinandergesteckt oder als Objekte der Choreografie verleiht ihnen Spota, der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2020
Rubrik: Kritik, Seite 40
von Sarah Wagner
Bereits im Foyer der Komischen Oper zieht eine haarige Gestalt alle Blicke auf sich. Eine Installation aus aufgetürmten Haarschöpfen thront auf den Schultern eines schick gekleideten Tänzers, der so lässig den Raum durchschreitet, wie es mit dieser überdimensionierten Perücke nur möglich ist. Es ist der Auftakt zu «LIB» von Alexander Ekman, verabreicht zusammen mit...
Zuletzt 2018 bei der «Tanznacht» in Berlin zu sehen, hat es dieses reduzierte und gleichzeitig komplexe Duett zu Recht auf die Tanzplattform geschafft. Gemeinsam mit Annegret Schalke erhebt Sheena McGrandles in «Figured» die Zerlegung der Bewegung, die Wiederholung und Unterbrechung zum choreografischen Prinzip, das einen rätselhaften virtuellen Raum erschafft....
Nach der Ballettakademie der Wiener Staatsoper steht nun auch die Staatliche Ballettschule und Schule für Artistik Berlin (SBB) auf dem Prüfstand. Gegen die renommierte Ausbildungsstätte für akademischen Bühnentanz wurden schwere Vorwürfe erhoben: zu lange Arbeitstage, ungnädiger Drill, zu hoher Druck in Bezug auf Aussehen, Ignorieren von Essstörungen, respektloser...
