Gelsenkirchen: Giuseppe Spota «Momo»
Das «so vergnügte Fest, wie nur arme Leute es zu feiern verstehen» aus Michael Endes «Momo» beginnt im Musiktheater im Revier (MiR) scheinbar bereits vor Einlass. Von Body Percussions und Gejubel wird man im Kleinen Haus willkommen geheißen. Sogleich taucht man ein in Momos Welt, deren Figur in Giuseppe Spotas Inszenierung keine feste Verkörperung hat. «Jeder kann Momo sein», sagt der Choreograf und neue Leiter der Tanzsparte des MiR in einer kleinen Einführung vor Spielbeginn.
Momo, im Stück symbolisiert durch einen gelben Anorak, steht für die Entscheidung gegen eine Lebensweise, in der Reichtum die oberste Priorität ist.
Die Geschichte, auf der Spotas Tanzabend basiert, erschien 1973 als Kinder- und Jugendbuch – und ist doch weit mehr als das. Auch Spota sieht die Aktualität der Thematik, gerade für die Welt der Erwachsenen. Mit der Geschichte des kleinen Mädchens, das die Menschen vor der Freudlosigkeit eines kapitalorientierten Lebens retten will, gibt er seinen Einstand als Direktor der MiR Dance Company Gelsenkirchen.
Gartenstühle aus Plastik bestimmen die Optik. Zu Türmen gestapelt, als Bögen ineinandergesteckt oder als Objekte der Choreografie verleiht ihnen Spota, der ...
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Tanz März 2020
Rubrik: Kritik, Seite 40
von Sarah Wagner
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