Gehen oder bleiben?
«Wir brauchen dringend einen Ort, um unseren Bestand (Kostüme, Bühnenbilder, Mobiliar, also unsere ganze Geschichte der letzten 30 Jahre) für einen vorübergehenden Zeitraum von sechs Monaten einzulagern. Wenn Sie von einem kleinen Schuppen, Zimmer, Haus oder einem geschlossenen Raum wissen, mit Alarmsicherung und zu einem menschenfreundlichen Preis, dann helfen Sie uns bitte!» So klingt es, wenn eine Tanzkompanie den Betrieb einstellt und per Facebook versucht, ein Logis für ihre Habseligkeiten zu finden.
Dass die Quasar Cia de Dança aus Goiânia im April dafür nur eine ungefähre Fläche von zehn auf zehn Meter suchte, lässt nicht auf übertrieben luxuriöse Ausstattungen schließen. Noch vor sieben, acht Jahren gastierte Quasar in europäischen Städten, jetzt gibt es die Kompanie von Henrique Rodovalho nicht mehr, weil der Sponsor kein Geld mehr zahlt und der Staat schon gar nicht.
Tanzen auf der ganzen Welt
Getanzt wird ständig und mit Leidenschaft in Brasilien, in sämtlichen nur denkbaren Stilen. Von Samba und Capoeira mit ihren afrikanischen Wurzeln bis zum Hip-Hop der Jugend in den Favelas von Rio de Janeiro, vom zeitgenössischen Tanztheater einer Lia Rodrigues über modernes ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Unterwegs, Seite 42
von Angela Reinhardt
Manche leiden bei den konzeptbetonten Catwalk-Tänzen von Trajal Harrell, die sich um Tanz und Mode, Körper und Kleidung drehen – und durchaus schräg zugeschnitten daherkommen. So verließ in Harrells ers-ter «Tanz im August»-Aufführung von «Antigone Sr.», Teil seiner «Twenty Looks or Paris is Burning at The Judson Church»-Serie, der halbe Saal den Ort des Geschehens...
Für mich als Privatmensch bezeichnet Heimat etwas Vertrautes und Beruhigendes, das keineswegs die Form eines Gebäudes oder Konstrukts haben muss. Heimat kann das Gefühl von Behaglichkeit und innere-r--- -Ruhe bedeuten. Als Künstler verstehen wir Heimat gewissermaßen als unser Zentrum. Tänzerinnen und Tänzer sind ja ohnehin stets auf der Suche nach ihrer Mitte –...
Auf dem abgegrasten Feld der Stile, auf dem viele Choreografen zurückkehren zu Bewährtem, fallen die Erfinderischen auf. Und das libanesisch-spanische Choreografenpaar Guy Nader und Maria Campos, das in Barcelona ein eigenes Ensemble leitet (darin auch selbst tanzt), hat mittlerweile nicht nur dort ganz eigene, eigenartige choreografische Pflänzchen aufgezogen – in...
