Maria Campos / Guy Nader
Auf dem abgegrasten Feld der Stile, auf dem viele Choreografen zurückkehren zu Bewährtem, fallen die Erfinderischen auf. Und das libanesisch-spanische Choreografenpaar Guy Nader und Maria Campos, das in Barcelona ein eigenes Ensemble leitet (darin auch selbst tanzt), hat mittlerweile nicht nur dort ganz eigene, eigenartige choreografische Pflänzchen aufgezogen – in dieser Saison zum Beispiel auch wieder am Mainzer Staatstheater. Tänzerinnen und Tänzer müssen sich bei Nader/Campos Herausforderungen weit jenseits des Bewegungsrepertoires des klassischen oder auch modernen Tanzes stellen.
Turnerisches ist dabei, geradezu Artistisches, das Spiel mit der Schwerkraft wird auf die Spitze getrieben, und Tänzerkollegen müssen diejenigen sichern, tragen, auffangen, die jeweils zu Höhenflügen und Balanceakten starten.
Stücke der beiden Choreografen haben einerseits die erfrischende Sachlichkeit von «dancers at work», erzählen andererseits durchaus etwas über menschliche Gemeinschaften. Erzählen von Vertrauen unter anderem, denn oftmals nimmt einer Anlauf und springt gleichsam blindlings los, lässt sich kippen, ins Nichts stürzen. Rechtzeitig müssen dann Kollegenhände da sein. Kein Solist ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 167
von Silvia Staude
Ich bin eine gebürtige Einwanderin, Tochter von Einwanderern, Enkelin von Einwanderern ... Daher ist der Begriff «Heimat» für mich persönlich seit jeher kompliziert. Als ich gerade mal ein Jahr alt war, kehrten wir in das Land zurück, das eigentlich unser Heimatland, Herkunftsland war, doch irgendwie fühlte es sich nicht mehr wie Heimat an. Wir hatten uns...
Ich finde es schwierig, den Begriff «Heimat» mit meiner Arbeit, dem Tanz, in einen Kontext zu stellen. Anders als viele meiner Kollegen lebe und arbeite ich von klein auf in meiner sogenannten Heimat Deutschland. Andere Tänzer müssen ihre Heimat immer wieder neu definieren, weil sie viel reisen oder den Standort berufsbedingt wechseln. Ich dagegen habe mich ganz...
Heimat ist für mich dort, wo meine Familie und meine Arbeit sind. Meine Familie befindet sich in Nürnberg und Madrid, aber meine Arbeit findet auf der Bühne und im Ballettsaal statt. Für die vergangenen zehn Jahre war meine Arbeits-Heimat das Staatstheater Nürnberg. Heimat ist für mich ein Ort, an dem ich mich geborgen fühle. Und das war für mich, seitdem ich mit...
